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Kultur

Freundschaft und der Traum vom Wirtshaus

Maria Rossbauer liest in Bad Gögging aus ihrem Buch „Drei Bier auf die Vier“ den wahr gewordenen Traum über ein echt bayerisches Wirtshaus.
Von Jochen Dannenberg, MZ

Sonja Obermeier (links) und Maria Rossbauer präsentieren das Buch „Drei Bier auf die Vier“. Foto: Susanne Krauss, München

Bad Gögging. Kirche und Wirtshaus gehören in Bayern zusammen wie Trachtenverein und Blaskapelle. Ein Dorf ohne Wirtshaus ist nur das halbe Leben. Bei manchem ist die Sehnsucht nach dem Wirtshaus so groß, dass er unbedingt eines selber eröffnen will. Davon handelt das Buch „Drei Bier auf die Vier“, dass die gebürtige Dürnharterin Maria Rossbauer über ihre beste Freundin geschrieben hat. Am Samstag, 28. Dezember, wird sie daraus im Cafe Regner in Bad Gögging lesen.

Der Ort der Lesung ist kein Zufall. Christian Regner, Sohn der Bäcker- und Konditorenfamilie, ist mit der Autorin seit vielen Jahren befreundet. Zur Lesung wird auch Sonja Obermeier, Protagonistin der Erzählung, erwartet. Vermutlich werden noch weitere Wegbegleiter dieser wahren Geschichte in den Kurort kommen.

Das Buch, das Maria Rossbauer, unter dem Titel „Drei Bier auf die Vier“ veröffentlicht hat, handelt vom Traum von der eigenen Kneipe. Den hat wohl jeder schon mal geträumt. Eine Kneipe mit den besten Stammkunden und der coolsten Musik. Auf der Karte stünde nur, was einem selber schmeckt, und man wäre endlich sein eigener Chef.

Sonja Obermeier hat diesen Traum mit tatkräftiger Unterstützung ihrer besten Freundin Maria Rossbauer wahr werden lassen. Sie hat das Abenteuer gewagt und ist in den Ring gestiegen mit kauzigen Vermietern und zögerlichen Bankern. Entstanden ist dabei der „Klinglwirt“ im Münchener Stadtteil Haidhausen, ein Lokal wie es in Bayern noch immer auf dem Land zu finden ist. Die Wirtin wurde von den verwöhnten und anspruchsvollen Münchener Medien mit Preisen und Anerkennung überhäuft und musste bei alldem doch lernen, dass ein Wirtshaus ständig neue Überraschungen bereithält und wenig mit romantischen Vorstellungen zu tun hat.

Das Buch, sagt Maria Rossbauer, im Gespräch mit der Mittelbayerischen Zeitung ist aufgrund eines Artikels in der Berliner „taz“ entstanden. Darin hatte sie über das Lokal ihrer besten Freundin berichtet. Eine Literaturagentin las die Geschichte, bat um mehr und am Ende stand das Buch. Es ist ein Plädoyer für wichtige Werte. Obenan für Freundschaft. „Auch wenn es nicht so angelegt ist“, sagt Maria Rossbauer. „Am Ende ist es das aber geworden.“ Und es ist eine Liebeserklärung für die bayerische Wirtshauskultur, ihre Gemütlichkeit und das Familiäre, was traditionelle Lokale auszeichnet. „Außerdem“, gesteht die Autorin, die in Berlin lebt, „steckt in dem Buch auch ein bisschen ein ’Exilgedanke‘“, womit sie insbesondere auch die Entfernung zwischen ihrem Lebensmittelpunkt und ihrer Heimat meint.

Christian Regner, der einst um die Welt reiste, in Berliner Clubs Schallplatten auflegte und jetzt in der Bäckerei seiner Eltern arbeitet, erzählt: „Maria und ich, wir waren beide einst auf dem Gymnasium. Dann lernten wir uns an der Realschule in Abensberg kennen und 1995, bei einer Sprachreise nach England, waren wir viel zusammen und für ein paar Monate waren wir sogar ein Paar.“

Die Liebe schwand, doch die beiden verloren sich nicht aus den Augen. Egal, wo sie gerade waren. Auch nicht als Maria Rossbauer in New York und Paris lebte, Bio studierte oder die Journalistenschule in München besuchte. Und irgendwann gehörte auch Sonja Obermeier dazu. „Sie ist die perfekte Wirtin“, schwärmt Christian Regner.

Das Buch, sagt er, sei auch als Ratgeber für all jene gedacht, die sich mit dem Gedanken tragen, ein Wirtshaus zu eröffnen. „Es wird gut dargestellt, was das für ein Aufwand ist, wenn man es richtig macht.“ Und weil sich die Sonja, der Christian und die Maria nicht so oft sehen, haben sie vereinbart, dass sie sich am 28. Dezember in Bad Gögging im Cafe Regner treffen.

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