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Natur

Foto-Safari bei den Eulen-Babys

Im Nürnberger Tiergarten verzaubern flauschige Knäuel die Besucher. Das lockt auch etliche Tierfotografen an.
Von Nikolas Pelke

Die Sperbereulen begeistern viele Fotografen im Tiergarten Nürnberg. Foto: Tiergarten Nürnberg/Dr. Helmut Mägdefrau
Die Sperbereulen begeistern viele Fotografen im Tiergarten Nürnberg. Foto: Tiergarten Nürnberg/Dr. Helmut Mägdefrau

Nürnberg. „Oh wie süß!“ Beim Anblick der flauschigen Eulenbabys werden nicht nur Tierfreunde schwach. Auch Helmut Mägdefrau geht sofort das Herz auf. „Diese kleinen Wollknäuele sind einfach süß.“, sagt der stellvertretende Direktor des Nürnberger Tiergartens und drückt auf den Auslöser seiner Kamera. „Ich bin leidenschaftlicher Tierfotograf“, sagt Mägdefrau, ohne die Augen vom Sucher seines Fotoapparates zu nehmen.

Derweil öffnet das Eulenbaby, noch etwas verschlafen auf einem Ast in der Voliere sitzend, den großen Schnabel. Im April sind sechs Jungvögel geschlüpft. Jetzt nach rund fünf Wochen haben die flauschigen Eulen-Kinder das Nest verlassen. Zuvor haben die Eulen-Eltern rund einen Monat die Eier in ihrem Gehege beim Dickhäuterhaus ausgebrütet. „Wem bei diesem Anblick nicht das Herz aufgeht, hat kein Herz für Tiere“, ist sich der stellvertretende Tiergarten-Direktor sicher und schießt noch eine Serienaufnahme von den süßen Wollknäuelen.
Bei aller Freude über die Eulen-Babys: Helmut Mägdefrau muss und will als Vize-Zoodirektor natürlich sachlich bleiben.

Eulenbabys im Tiergarten

„Wir wollen die Eulen erhalten.“ Mit den Eulen-Kindern wolle der Tiergarten für den Lebensraum der bedrohten Kauze werben. Fast alle Eulenarten gelten in Deutschland als gefährdet. Für den Rückgang ihrer Populationen ist vor allem die Zerstörung der alten, naturbelassenen Wälder verantwortlich. Die Intensivierung und Industrialisierung der Landwirtschaft haben auch zum Rückgang beigetragen. Dadurch stehen den meistens nachtaktiven Vögeln mit dem runden Kopf und den auffällig großen Augen hierzulande weniger Kleinsäuger als Nahrungsquelle zur Verfügung.

Erste Nachzucht gelang 1965

Dass die Eulen bedroht sind, hat der Nürnberger Tiergarten früh erkannt. Die weltweit erste Nachzucht des Uralkauzes in menschlicher Obhut konnte bereits im Jahr 1965 im Lorenzer Reichswald gefeiert werden. Damit hat der Nürnberger Tiergarten beim Schutz der Eulen eine internationale Vorreiterrolle eingenommen. Dieser Tradition fühlt sich der Tiergarten beim Schmausenbuck bis heute verpflichtet. „Wir sind bis heute eine Auffangstation für Greifvogeleulen“, erklärt Vize-Zoodirektor Helmut Mägdefrau. Jedes Jahr bekomme der Nürnberger Tiergarten schwache Jungvögel oder verletzte Altvögel eingeliefert. „Die Eulen päppeln wir hier wieder auf und wildern sie danach wieder aus.“ Auch bei den Uralkäuzen kann sich der Nürnberger Tiergarten in diesem Frühjahr über Nachwuchs freuen. Die Habichtkäuze, wie die Uralkäuze auch genannt werden, haben heuer zwei Jungvögel zur Welt gebracht. Auch vor der Voliere der Habichtkäuze in der Nähe der großen Bartgeier baut Helmut Mägdefrau wieder seine Kamera auf. Mit dem großen Objektiv kann der Vize-Zoodirektor die Baby-Käuze perfekt ins Bild setzen.

Eulen vor der Kamera

Während der Auslöser der Kamera losrattert, wirken die Kauz-Eltern ganz entspannt. Kein Wunder: Die Nürnberger Uralkäuze sind „alte Hasen“ im Brutgeschäft. Bereits 36 Nachkommen haben das Eulen-Weibchen und das Kauz-Männchen mehr oder weniger gemeinsam groß gezogen. Apropos: Beim Nachwuchs steht das Geschlecht noch nicht fest. Die Kauz-Mädchen sind laut Helmut Mägdefrau etwas schwerer als die Kauz-Jungen. Eindeutig sei der Test auf der Waage freilich nicht. „Deshalb werden wir bald einen Haar-Test machen“, kündigt Mägdefrau an. Schließlich sollen auch die Eulen-Kinder irgendwann selber für Nachkommen sorgen.

Angebot für Hobby-Fotografen

Nach der Foto-Safari durch den Tiergarten verstaut Helmut Mägdefrau zufrieden seine Kamera plus XXL-Objektiv. Zurück im Büro kann Mägdefrau die Fotos auf der Homepage des Nürnberger Tiergartens hochladen. Unter der Rubrik „Bilder & Co.“ können Tierfotografen ihre schönsten Aufnahmen teilen. Die besten Schnappschüsse werden auf sozialen Plattformen veröffentlicht.

Kurz & knapp

  • Besucherbilder: Der Tiergarten Nürnberg ist ein Paradies für Tierfotografen. Auf der Tiergarten-Homepage können registrierte Fotografen bis zu zehn Lieblingsfotos pro Tag hochladen.
  • Hashtag: Die schönsten Fotos werden unter dem Schlagwort „Mein Tiergarten“ auf Instagram veröffentlicht.
  • Lieblingsmotive Als Fotomotive ist der tierische Nachwuchs angesagt.

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