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Fasching

Hemauer Waschweiber gehen auf Tour

Am Sonntag nehmen die Frauen wieder lokale Geschehnisse aufs Korn. Das endgültige Programm steht erst kurz vor dem Auftritt.
Von David Santl

Bei den Oberpfälzer Kulturtagen in Hemau hatten die Waschweiber letztes Jahr einen großen Auftritt.  Foto: David Santl
Bei den Oberpfälzer Kulturtagen in Hemau hatten die Waschweiber letztes Jahr einen großen Auftritt. Foto: David Santl

Hemau.Sie sind spitzzüngig, schonungslos, aber immer lustig und vor allem herzlich: die Hemauer Waschweiber. Seit 1976 drehen sie fast jedes Jahr im Fasching ihre Runde durch die Wirtshäuser und nehmen das lokale Geschehen aufs Korn. Auch am Sonntag ist es wieder soweit: In Hemau steht der große „Waschtag“ an – und damit einer der Höhepunkte in der Faschingszeit auf dem Tangrintel.

Dann werden einige bekannte Hemauer wieder sauber derbleckt. Doch Angst muss vor den Waschweibern niemand haben. Sie schrecken zwar vor klaren Worten nicht zurück, doch plump und unverschämt waren ihre Auftritte noch nie. Bei ihnen steht Feinsinnigkeit und Augenzwinkern im Vordergrund. „Ich kann mich nicht erinnern, dass uns einmal jemand beleidigt war“, erzählt „Oberwaschweib“ Emmi Strunz, die dichterische Seele der Gruppe. Die Leute, die ausgespielt werden, würden es sehr gelassen nehmen, sagt sie. „Aber manchmal erschrecken sie schon ein bisschen und werden rot, wenn sie merken, wer gemeint ist“, lacht Strunz. Ob ihre Pointen ankommen, merkt sie schon während des Auftritts selbst.

Zwei Frauen seit Beginn dabei

Und das ist kein Wunder: Wenn jemand Bühnenerfahrung hat, dann ist es Emmi Strunz. Gemeinsam mit Magdalena Haller ist sie von Anfang an dabei. Damals sei die Faschingskultur in Hemau noch ganz anders gewesen. „Wir sind jeden Sonntag als Maschkerer unterwegs gewesen, und in den Wirtshäusern ist gefeiert worden“, erinnert sich Strunz. Die Idee zu den Waschweibern sei dann aus einer Faschingslaune heraus entstanden: „Wir waren eine Gruppe Frauen und wollten einen Beitrag zum Fasching leisten“, erzählt sie.

Der Auftritt

  • Mitglieder:

    Die lustige Truppe besteht aus Ruth Dettenwanger-Baumer, Bettina Strunz, Christine Langer, der Texterin Emmi Strunz und Magdalena Haller, die für die Requisiten zuständig ist.

  • Neuerung:

    In diesem Jahr werden die Waschweiber auch in der Pizzeria „Sturm“ auftreten.

  • Tour:

    Die Waschweiber starten am Sonntag um 17 Uhr im Gasthof Bruckmeier. Danach geht es der Reihe nach zum Donhauser, zum Schlossbräu, zum Sturm und als Letztes zum Deglbauer. (lds)

Seither sind sie so gut wie immer als Waschweiber mit ihrem selbstgebastelten Brunnen unterwegs. Nur am Anfang hat sich die Truppe an anderen Motiven, wie Kaminkehrern, versucht. Doch es hat sich schnell herauskristallisiert, dass ihre Bestimmung die tratsch-freudigen Waschfrauen am Brunnen sind. „Damals haben viele Leute gemeint, wir sollten jedes Jahr als Waschweiber gehen“, erzählt Strunz. Zu dieser Zeit hatten sie gerade einmal zwei Seiten Text. „Mittlerweile sind wir bei 30 Seiten“, lacht sie.

Kommunalwahl soll Thema werden

Und an Stoff mangelt es ihr nie: „Da habe ich Informanten. Die Leute erzählen mir immer was.“ An „Wäsche“ dürfte sich heuer jedenfalls einiges angesammelt haben: Im letzten Jahr mussten die Waschweiber eine Zwangspause einlegen. „Es hatten zu wenig Lokale geöffnet, und mit einem Auftritt im Zehentstadel hat es nicht geklappt“, erzählt Strunz. Natürlich werde die Kommunalwahl ein großes Thema sein. Mehr verrät Strunz aber nicht.

Narretei

Riesengaudi am „Waschtag“ im Tangrintel

Die Hemauer Waschweiber zogen durch die Wirtshäuser. Mit Gschichtln aus dem wahren Leben verzückten sie ihr Publikum.

Und vielleicht könnte sie das auch nicht, weil die Texte noch gar nicht fertig sind: „Teilweise schreibe ich am Sonntagvormittag noch. Ich bin da ganz flexibel und spontan“, lacht sie. Am Nachmittag ist dann nur eine kurze Generalprobe und schon kann das freudige „Wäschewaschen“ starten.

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