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Asklepios setzt bundesweit Maßstäbe

Die neue Bad Abbacher Sektion Wirbelsäule will bei Rückenschmerzen eine OP verhindern – mit Experten aus drei Fachgebieten.
Von Curd Wunderlich, MZ

Am Asklepios Klinikum Bad Abbach gibt es ein neues Wirbelsäulenzentrum. Unter einem Dach arbeiten dort Spezialisten für Rückenbeschwerden Hand in Hand.
Am Asklepios Klinikum Bad Abbach gibt es ein neues Wirbelsäulenzentrum. Unter einem Dach arbeiten dort Spezialisten für Rückenbeschwerden Hand in Hand. Foto: Wunderlich

Bad Abbach.Birgit Bruckmaier hat einen dicken Kloß im Hals, wenn sie erzählt, welch starke Schmerzen sie wegen einer Anomalie des Steißbeins bis vor ziemlich genau einem Jahr hatte. Schon seit der Geburt plagte sie das quasi „verkehrt herum aufgehängte“ Steißbein, seit ihren 20ern wurden die Schmerzen immer unerträglicher. Die heute 52-Jährige konsultierte viele Ärzte; keiner konnte wirklich helfen – bis sie sich im vergangenen Jahr an Priv.-Doz. Dr. Achim Benditz am Orthopädischen Universitätsklinikum Bad Abbach wandte.

Benditz hatte als Wirbelsäulenspezialist mit einem Schwerpunkt für Steißbeinbeschwerden die richtige Lösung für Bruckmaier parat und nach einem schonenden operativen Eingriff lebt seine ehemalige Patientin heute schmerzfrei. Voller Freude berichtete Bruckmaier davon am Mittwoch bei einem Pressegespräch im Asklepios Klinikum in Bad Abbach. Anlass war die Eröffnung der neuen „Sektion Wirbelsäule“ in dem Krankenhaus, auch Wirbelsäulenzentrum genannt. In einem Video am Ende des Medientermins zeigte die Klinik, wie in der neuen Sektion genau gearbeitet wird.

Einzigartig in ganz Deutschland

In dieser Form gebe es ein solches Zentrum in ganz Deutschland kein zweites Mal, hob Klinikdirektor Professor Dr. Joachim Grifka auf der Pressekonferenz hervor. Das Besondere sei, dass Ärzte und Therapeuten unterschiedlicher Fachrichtungen in Bad Abbach nun alle Arten von Wirbelsäulenerkrankungen interdisziplinär behandeln könnten.

Dabei bleiben Grifka und seine Kollegen ihrem Grundsatz treu, alle Möglichkeiten der konservativen Behandlung auszuschöpfen, bevor tatsächlich nur im unvermeidlichen Fall zur Operation gegriffen werden soll. Der Erfolg der Ärzte des Orthopädischen Diagnostik- und Behandlungszentrums vor den Toren Regensburgs scheint ihnen recht zu geben: Ein großer Teil der Patienten, der anderswo bereits einen Operationstermin hatte, war nach der Behandlung in Bad Abbach auch ohne chirurgischen Eingriff wieder beschwerdefrei.

Birgit Bruckmaier lebt nach einer OP in Bad Abbach heute schmerzfrei. Foto: Wunderlich
Birgit Bruckmaier lebt nach einer OP in Bad Abbach heute schmerzfrei. Foto: Wunderlich

Neben Grifka leiten Benditz, Dr. Daniel Boluki und Dr. Florian Faber die neue Sektion. Alle drei sind Spezialisten in unterschiedlichen Gebieten der Behandlung von Wirbelsäulenbeschwerden und der „Volkskrankheit Rückenschmerzen“, wie Grifka es nannte. Zusammen wollen sie den Patienten exakte Diagnosen und individuelle Behandlungen ermöglichen.

Für alle drei Fachärzte hat das entscheidende Vorteile für die Patienten. Der einzelne Patient wisse meist nicht, welcher Spezialist für seine konkreten Rückenbeschwerden der richtige sei, meinte Faber. Unter dem Dach des neuen Wirbelsäulenzentrums arbeiten deshalb Spezialisten mit Qualifikationen für Orthopädie, Unfallchirurgie, Neurochirurgie, für Allgemeinchirurgie, Schmerztherapie, Physikalische Therapie und Rehabilitation, für Manuelle Therapie und Sportmedizin direkt sowohl während der Diagnose als auch bei der Behandlung Hand in Hand zusammen. Bei Bedarf können zudem noch auf Rückenbeschwerden spezialisierte Psychologen, Tumorexperten, Kinderorthopäden und Physiotherapeuten hinzugezogen werden.

Zweitmeinung einholen möglich

Als Universitätsklinik sei man in der Lage, alle Erkrankungen der Wirbelsäule auf dem höchsten technischen und wissenschaftlichen Stand zu versorgen, „konservativ oder wenn wirklich nötig selbstverständlich auch operativ“, erläuterte Benditz. Diese konzentrierte Kompetenz ist für ihn eine Voraussetzung für den bestmöglichen Behandlungserfolg und könne helfen, Überbehandlungen zu vermeiden.

Klinikdirektor Professor Dr. Joachim Grifka (2. v.l.) mit den Sektionsleitern Dr. Daniel Boluki, Priv.-Doz. Dr. Achim Benditz und Dr. Florian Faber (v.l.). Foto: Wunderlich
Klinikdirektor Professor Dr. Joachim Grifka (2. v.l.) mit den Sektionsleitern Dr. Daniel Boluki, Priv.-Doz. Dr. Achim Benditz und Dr. Florian Faber (v.l.). Foto: Wunderlich

Boluki hob die Zweitmeinungs-Sprechstunde für Patienten hervor, die mit der neuen Sektion Wirbelsäule kommt. Hausärzte und Patienten selbst können unter Telefon (0 94 05) 18 27 07 Termine für diese „Akut-Sprechstunde“ vereinbaren, um kurz vor einer Operation nochmals Expertenrat über die Notwendigkeit oder die Möglichkeiten einer Alternativbehandlung einzuholen. „In vielen Fällen können wir mit einer Alternative zur angeratenen Operation helfen“, ist Boluki überzeugt.

Operationen wie bei Birgit Bruckmaier zur Abstellung von Schmerzen im Steißbein, dem untersten Stück der Wirbelsäule, hat Benditz bislang übrigens fünf durchgeführt, seit er die Methode 2015 kennengelernt hatte. Solch lange schmerzgeplagten Patienten wolle man in Bad Abbach künftig im neuen Zentrum gerne noch häufiger helfen, meinte Geschäftsführer Franz Hafner. Für Benditz selbst sind es diese „Highlights als Operateur“, für die er Medizin studiert habe: „Eben um Menschen zu helfen.“

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