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Rettung

Gerüstklettern kann teuer werden

Wer sich beim Erklimmen der Aufbauten in Regensburg in Gefahr begibt, muss dann auch für den Feuerwehreinsatz bezahlen.
Von Heike Haala, MZ

Das Baugerüst unter der Steinernen Brücke ist mit einem Bauzaun abgesichert. Der hält aber nicht jeden davon ab, auf das Gerüst zu klettern.
Das Baugerüst unter der Steinernen Brücke ist mit einem Bauzaun abgesichert. Der hält aber nicht jeden davon ab, auf das Gerüst zu klettern. Foto: Haala

Regensburg.Ob es neue Immobilien sind oder Sanierungen – wo gebaut wird, steht auch ein Gerüst. Diese Konstruktionen erklimmen aber nicht nur Bauarbeiter, Architekten und Ingenieure, sondern auch Menschen, die dazu eigentlich keinen Zutritt haben. So lassen sich etwa manche Besucher der Jahninsel dazu verleiten, auf das Gerüst unter dem Bogen der Steinernen Brücke zu steigen.

Rudolf Forberger, der Pressesprecher der Regensburger Polizeiinspektion Süd sagt, dass die Polizeibeamten seiner Dienststelle einige Male im Jahr ausrücken müssen, weil sich Menschen auf einen Kran oder ein Gerüst vorgewagt haben, die dort eigentlich keinen Zutritt haben. Dann versuchen die Beamten, auf die Gerüstkletterer „einzuwirken“. Es ist Aufgabe der Polizisten, die Leichtsinnigen wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Mehr als mahnende Worte haben sie von der Polizei aber nicht zu erwarten, sagt Forberger. Gerüstkletterei ist kein Hausfriedensbruch. Sollten die Kletterer aber etwas an dem Gerüst kaputt gemacht haben, wird wegen Sachbeschädigung ermittelt, so der Polizeipressesprecher.

Ganz anders kann es für die Kletterer ausgehen, wenn jemand die Feuerwehr ruft. Auch das kommt laut Johannes Buchhauser von der Integrierten Leitstelle Regensburg vor. Sollte ein Passant den Eindruck gewinnen, dass sich der Mensch auf dem Gerüst grob fahrlässig in Gefahr begibt, muss der Kletterer für den Einsatz aufkommen – auch wenn diese Einsätze für den Geretteten sonst kostenfrei sind.

Welches Verhalten als grob fahrlässig einzustufen ist, wird von Fall zu Fall entschieden, sagt Buchhauser. Auf jeden Fall aber zählen beispielsweise Balancieraktionen auf Geländern dazu. Sollte lediglich ein Einsatzwagen mit Drehleiter ausrücken, muss der Kletterer 150 Euro dafür berappen. Wenn weitere Einsatzwagen notwendig sind, kommen laut Buchhauser schnell 500 Euro zusammen. Zumal es durchaus sein kann, dass auf einem Gerüst auch die Höhenretter zu Hilfe eilen müssen.

Das können Sie tun

Die Stadt tut das Ihre, um die Baustellen abzusichern: So sind sie laut Katrin Butz von der Pressestelle der Stadt in der Regel durch einen Bauzaun abgesperrt. Je nachdem, wo sich die Baustelle befindet, werden dabei auch fest verankerte, absperrbare Bauzäune eingesetzt – mit so einer Absperrung ist auch das Gerüst unter der Steinernen Brücke auf der Jahninsel während der Sommermonate abgesichert. Sollte der Platz vor dem Gerüst für einen Bauzaun nicht ausreichen – wie das etwa bei den Fassaden- und Dacharbeiten am Neuen Rathaus der Fall war –, kommen Schutznetze zum Einsatz. Um unerlaubtes Klettern zu erschweren, nehmen die Bauarbeiter nach Feierabend und am Wochenende die Steigleitern zur untersten Gerüstlage ab.

Aber auch Butz räumt ein, dass all diese Maßnahmen keinen vollständigen Schutz gegen leichtsinnige Gerüstkletterer bieten können. Deswegen bleibt ihr nur, an die Vernunft der Bürger zu appellieren.

Lesen Sie mehr: Am Freitag lösten zwei junge Männer in Regensburg einen Polizeieinsatz aus, weil sie unerlaubt über ein Gerüst auf eine Dachterrasse kletterten.

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