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Portrait

Der Tausendsassa aus Schwabelweis

Der Regensburger Werner Luber ist ein Stehaufmännchen, Lebenskünstler und nun auch Filmschauspieler.
Von Martina Neu

Der Verein für Allerhand trifft sich bei Werner Luber zu Hause. Foto: Neu
Der Verein für Allerhand trifft sich bei Werner Luber zu Hause. Foto: Neu

Regensburg.Er hat ein unglaubliches Händchen dafür, selbst fremde Leute für eine Aktion zu begeistern. So entstand aus einer Rommé-Runde mit zehn weiteren Studenten im Jahre 1989 eine Gemeinschaft, die im Raum Regensburg ihresgleichen sucht. Gemeint ist der Schwabelweiser Werner Luber. Mittlerweile ist dieser Freundeskreis, der sich „Verein für Allerhand“ nennt, auf über 80 Personen angewachsen, bei dem Jeder Jedem hilft.

Er hat auch immer ein offenes Ohr für die Probleme seiner Freunde, nimmt sich aber selbst gerne zurück. Im Vordergrund steht immer das Engagement für andere. Egal ob jung oder alt, egal ob er jemanden schon lange kennt oder erst kürzlich kennen gelernt hat. Luber hilft ohne viel zu fragen oder etwas dafür zu verlangen. Besonders stolz ist er darauf, dass durch seinen Verein nicht nur viele Freundschaften entstanden, sondern auch Menschen zueinander gefunden haben, die ihr weiteres Leben miteinander verbringen. Und sollte er einmal keine Antwort wissen, so findet er immer jemanden, der weiterhelfen kann. Aufgewachsen ist Luber in Schwandorf, in einem Metzgereifamilienbetrieb. Dass er nach drei Generationen nicht in die Fußstapfen seines Vaters treten wollte, war für den jungen Werner Luber schon bald klar. Mit elf Jahren kam er ins kirchliche Internat des Knabenseminars Westmünster in Regensburg. Nach dem Abitur, das er 1980 ablegte, studierte er in München Bibliothekswesen. Seine Diplomarbeit schrieb Luber 1984 über den legendären John Lennon, einen Musiker, den er bis heute verehrt. Nach der Universität war Luber fünf Jahre in der Bischöflichen Zentralbibliothek beschäftigt. Hier erstellte er die Oberpfalz-Bibliographie für den Zeitraum 1976 bis 1984. Auf knapp 380 Seiten ist in dieser Fundgrube alles aufgeführt, was über die Oberpfalz erschienen ist.

Tausende in Literatur eingeführt

Werner Luber (3.von rechts) bei den Filmaufnahmen mit Erik Grun (2.v.rechts).  Foto: Neu
Werner Luber (3.von rechts) bei den Filmaufnahmen mit Erik Grun (2.v.rechts). Foto: Neu

1990 wechselte Luber an die Universität und ist seither in der Zentralbibliothek tätig. Die Studenten der Universität lernen ihn heute bei ihrer ersten Begegnung in der Unibibliothek kennen, Luber zeigt den Erstsemestern die Bibliothek und hat bestimmt schon Tausende in die Geheimnisse der Literatur eingeführt. Seinen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit lebt er auch als Schöffe immer wieder aus, natürlich ehrenamtlich. Luber ist ein Stehaufmännchen und Lebenskünstler. In seiner Freizeit rattert er gerne in Begleitung seiner Lebensgefährtin, „First Lady Gisela“ mit dem Roller durch die Gegend oder strawanzt durch den Bayerischen Wald.

Sehr gerne geht er zum Wandern oder Wellnessen, seine größte Leidenschaft ist das Reisen in ferne Länder. Dschungeltrekking in Sri Lanka, eine Amazonaskreuzfahrt, die Einbaumtour in Madagaskar, der Sonnenaufgang auf den Pyramiden oder die Wohnmobilreise durch die USA – es gibt nichts, was er nicht schon gemacht hat bzw. noch plant. Dass er filmisches Talent hat, bewies er bereits in den 90er Jahren bei einem Auftritt mit Tatortkommissar Jörg Hube in einer Regensburger Krimiserie. Der Regensburger Filmemacher Erik Grun verpflichtete Luber schon des Öfteren für seine Filme, anfangs als Statist, inzwischen als Kleindarsteller.

Vereinshymne „Nachts in Weiß-Schwabel…“

  • Strophe 1:

    Nachts in Weiß-Schwabel, drauß in Schwabelweis - Treffpunkt für so manchen, froh wer es weiß!

  • Strophe 2:

    Sportliche Typen, vergnügt und gut drauf - Kommen zusammen und bleiben’s oft auch

  • Strophe 3:

    Nachts in Weiß-Schwabel, wer war da noch ned? - Am besten mit’m Radl sonst kanns werdn ganz bled!

  • Strophe 4:

    Nachts in Weiß-Schwabel, gehen spät d’Lichter aus - schwankend und bedödelt gehen fast alle nach Haus

  • Refrain:

    Weil so samma, jo so samma, ja, ja, ja Zusamma, so samma!

  • Text:

    Text stammt von Werner Luber und wird auf die Melodie frei nach dem Song „Nights in White Satin“ von The Moody Blues gesungen.

Im neuesten Grun’schen Streifen wurde sogar bei Luber zu Hause gedreht. Denn das Zuhause Lubers hat es Grun angetan, es ist die ehemalige Direktionsvilla der Heydenchemie. Und genau in dieser Villa finden auch die regelmäßigen Treffen des „Vereins für Allerhand“ statt. Der Präsident dieses Vereins ist, wie könnte es auch anders sein, Werner Luber. In seiner Präsidentenvilla finden regelmäßige, kultige Hausmusikabende, bei der mehrere Gitarren und Trommeln zum Einsatz kommen, statt. Gesungen wird dabei mindestens einmal die „Vereinshymne“.

Gemeinsame Freizeit

Dieses Lied mit eigenem Text hat Luber beim Sinzinger Klaus Maria Weigert in dessen Tonstudio mit Gerd Hausy aufgenommen. Beachvolleyball bzw. Badmintonabende, Walkingrunden, Kickerturniere oder auch Fußballfernsehabende – bei jedem dieser Events sind immer jede Menge „Vereinsmitglieder“ mit von der Partie. Allerdings ist der „Verein für Allerhand“ kein Verein im eigentlichen Sinne, es ist vielmehr ein Zusammenschluss von Personen jeden Alters, die gemeinsam ihre Freizeit gestalten. Einmal im Jahr findet ein großer Vereinsausflug zum Skifahren bzw. Wandern statt. Und auch für das Jubiläumsjahr hat er viele Idee. Welche genau, wird man sehen.

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