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Inklusion

Ein Zentrum für behinderte Menschen

Die Barmherzigen Brüder Reichenbach feierten mit vielen Gästen die Einweihung ihrer Förderstätte in Regensburg-Schwabelweis.
Von Daniel Steffen, MZ

Nach der Einweihung der Förderstätte und des Wohnhauses Schwabelweis besichtigten die Veranstaltungsbesucher die Räume.
Nach der Einweihung der Förderstätte und des Wohnhauses Schwabelweis besichtigten die Veranstaltungsbesucher die Räume. Fotos: Steffen

Regensburg.Die Investitionen in Höhe von 10,5 Millionen Euro haben sich nach Auffassung aller Beteiligten gelohnt. Gewillt, ein Netz von dezentralen, gemeindenahen Hilfen aufzubauen, engagierten sich die Barmherzigen Brüder Reichenbach im Stadtteil Schwabelweis. Nach eineinhalb Jahren Bauzeit ist westlich der Michelerstraße eine Förderstätte und ein Wohnhaus für Menschen mit schweren Behinderungen und/oder Mehrfachbehinderungen sowie Autismus-Spektrums-Störungen entstanden. Zur feierlichen Einweihung der Einrichtung kamen am Wochenende rund 150 Gäste. Sie alle machten sich ein Bild davon, welche Möglichkeiten vor Ort geboten werden, um die betroffenen Menschen soweit wie möglich in die Gesellschaft zu integrieren.

„Inklusion wird erlebbar gemacht“

Nach Auffassung von Frater Benedikt Hau werde in Schwabelweis ein „inklusives Miteinander erlebbar und lebbar“ gemacht. Der Provinzial der Barmherzigen Brüder in Bayern dankte den Verantwortlichen dafür, dass das Zentrum in Regensburg realisiert werden konnte. „Es freut uns sehr, sich in einem neuentstehenden Wohngebiet engagieren zu dürfen“. Man wolle ein zuverlässiger Partner für Menschen mit Behinderung sein und sie bei einer selbstbestimmten Lebensführung begleiten und unterstützen. Allerdings seien die Barmherzigen Brüder Reichenbach auf Unterstützung angewiesen. Unter anderem bezog er sich auf die Kommune, die örtliche Pfarrei und die Bürger – mit der Bitte, „uns wohlwollend aufzunehmen“.

„Menschen aus dem Raum Regensburg, die bisher die Förderstätte in Reichenbach besuchten, können nun heimatnah betreut werden.“

Bezirkstagspräsident Franz Löffler

In Staatsministerin Emilia Müller hat er eine Fürsprecherin. Eine inklusive Gesellschaft sei ihr „enorm wichtig“. Deswegen habe der Freistaat, vertreten durch die Regierung der Oberpfalz, das Bauvorhaben mit insgesamt 6,1 Millionen Euro bezuschusst. Rückenwind gab es auch vom Bezirk Oberpfalz, der den Bau der Förderstätte und des Wohnhauses mit einer Million Euro unterstützt hatte.

Bewohner und Mitarbeiter gestalteten das Musikprogramm.
Bewohner und Mitarbeiter gestalteten das Musikprogramm.

Bezirkstagspräsident Franz Löffler betonte, Menschen mit Behinderungen sollten nicht weggesperrt werden, sondern mit der Bevölkerung leben. Dieser Aufgabe würden die Barmherzigen Brüder Reichenbach mit ihren Wohnformen und Wohnstätten gerecht. „Menschen aus dem Raum Regensburg, die bisher die Förderstätte in Reichenbach besuchten, können nun heimatnah betreut werden“, freute er sich.

Das erspare unter anderem viel Fahrtzeit und bedeute für das Stammhaus in Reichenbach die „dringend notwendige Entlastung“. Er wünschte den Menschen, die in der Einrichtung in Schwabelweis wohnen, leben und arbeiten, „eine gute Gemeinschaft“.

Das gewohnte Umfeld bleibt

Den Glückwünschen schloss sich auch der Regensburger SPD-Fraktionschef Norbert Hartl an. Als Planungsausschusssprecher habe er den Bebauungsplan begleitet. Wie er anführte, ermögliche die Einrichtung den Menschen einen „Verbleib im Umfeld des bisherigen Wohnortes“ und ein „hohes Maß an Integration“. Auf diese Weise würden „wesentliche Ziele der UN-Behindertenrechtskonvention verfolgt“.

Außenstellenleiter Michael Kiefl (r.) und seine Teamleiter
Außenstellenleiter Michael Kiefl (r.) und seine Teamleiter

Symbolisch übergab Architekt Michael Naumann an den Außenstellenleiter Michael Kiefl den Schlüssel in Form eines Kreuzes. Im Anschluss folgte die Segnung der Förderstätte und des Wohnhauses. Das musikalische Programm gestalteten Mitarbeiter und Beschäftigte der Förderstätte. Ferner konnten die verschiedenen Räume besichtigt werden.

Förderstätte und Wohnheim

  • Das Wohnheim

    Im neuen Wohnhaus in Schwabelweis werden erwachsene Menschen mit schweren und/oder mehrfachen Behinderungen betreut. Entstanden sind in der neuen Einrichtung der Barmherzigen Brüder Reichenbach in Regensburg 20 Dauerwohnplätze sowie zwei Plätze für Kurzzeitunterbringungen.

  • Die Förderstätte

    Die Förderstätte der Barmherzigen Brüder Reichenbach in Regensburg-Schwabelweis hat vier Gruppen mit 28 Plätzen für schwer behinderte Menschen und zwei Gruppen mit insgesamt 10 Plätzen für Menschen mit Autismus-Spektrums-Störungen. (mds)

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