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Arbeitstag für das Türmerhaus gespendet

Markus Graf, Stefan Laßer und Christian Käsbauer zeigen Engagement. Ihre Motivation: Sie haben sich in das Haus verliebt.
Von Dietmar Zwick

Christian Käsbauer, Stefan Laßer und Markus Graf (vorne v. li.) mit Franz Hanke und Erwin Mayer (beide OWV SAD). Foto: Zwick
Christian Käsbauer, Stefan Laßer und Markus Graf (vorne v. li.) mit Franz Hanke und Erwin Mayer (beide OWV SAD). Foto: Zwick

Schwandorf.Am 29. April 2004, der auch der Geburtstag von Konrad-Max-Kunz ist, wurde die Glocke im Blasturm eingeweiht. An diesem Tag kam spät am Abend dem Vorsitzenden des Oberpfälzer Waldvereins Schwandorf, Erwin Mayer, die Idee, im Türmerhaus eine Wanderstation einzurichten. Aus der Idee wird Realität, denn seit 2014 hat der OWV das Türmerhaus in Erbpacht. Im Mai 2017 kam der Förderbescheid in Höhe von 104 500 Euro für die Sanierung und den Ausbau des Türmerhauses.

Doch bis aus dem historischen baufälligen Gebäude eine Wanderstation werden kann, mussten viele Arbeiten erledigt werden. Auch heute noch gehen die Handwerker ein und aus, denen Erwin Mayer sehr dankbar ist, da sie auch bei reichlich Aufträgen immer wieder Rücksicht auf die Baustelle an der Weinbergstraße nahmen. Der Dachstuhl ist neu, die Balken für die Zwischendecke sind eingezogen, die Elektro-, Heizungs-, und Sanitärinstallation sind bereits erledigt. Neue Wände wurden aufgezogen, verputzt und eine Wand aus alten Sandsteinen als Sichtmauer errichtet. Diese erhielt drei Jakobsmuscheln, die an den Jakobsweg erinnern. Auch ein neuer Kamin, den Peter Wilhelm spendete, konnte hochgezogen werden.

Das Türmerhaus

  • Geschichte:

    Das Türmerhaus ist über 190 Jahre alt, doch die älteste Mauer des Gebäudes, die Stadtmauer, stammt aus dem Jahr 1459. Barbara Kunz, die Mutter des späteren Bayernhymnen-Komponisten Konrad Max Kunz, ließ 1833 drei Mauern anbauen – das Türmerhaus war entstanden.

  • Zukunft:

    Am Türmerhaus führen der Sautreiber-, der Jakobs-, der Panorama- sowie der Oberpfälzer Seenlandweg vorbei. Es wird eine Anlaufstelle für Wanderer.

Lesen Sie mehr: Im August will das Oberpfälzer Waldverein seine Wanderstation eröffnen. Zurzeit wird der marode Dachstuhl erneuert.

Jedoch hatte die Sache einen Haken, denn vorher gingen Risse durchs Haus, die auf ein fehlendes Fundament hinwiesen. Um das Gebäude zu stabilisieren, musste unter das Bauwerk Beton gegossen werden. Für diese Maßnahme wurden 30 000 Euro quasi vergraben – Geld, das ursprünglich nicht in den mehr als 200 000 Euro Sanierungskosten enthalten war. Bereits 1700 Stunden arbeiteten die drei Mitarbeiter Christian Käsbauer, Stefan Laßer und Markus Graf der Firma FWB Franz Wilhelm Bau aus Neunburg vorm Wald auf der Baustelle. Sie stabilisierten das Gebäude, zogen Mauern hoch und übernahmen die Putzarbeiten.

Weitere Infos: Teure Überraschung im Untergrund: Die Sanierung des Türmerhauses kostet den OWV rund 30000 Euro mehr als geplant.

Doch am Dienstag erwiesen sie dem OWV einen besonderen Dienst. Sie nahmen Urlaub und arbeiteten einen ganzen Tag kostenlos auf der Baustelle, weil sie sich regelrecht in das Gebäude verliebt hatten. Wie Polier Markus Graf erklärte, sei ihm seit dem Baubeginn am 6. Dezember das Haus ans Herz gewachsen. „Es ist mein Baby geworden. Mit Erwin Mayer und Franz Hanke kam ich super aus. Darum wollen Christian Käsbauer, Stefan Laßer und ich diesen Arbeitstag spenden“, sagte Graf.

„Es ist mein Baby geworden.“

Markus Graf

Erwin Mayer bedankte sich bei den Handwerkern, dass sie ohne Lohn den Oberputz außen aufzogen. „Sowas ist ganz unüblich“, freute er sich riesig über dieses soziale Engagement. Zudem trat Christian Käsbauer dem OWV bei. Mayers besonderer Dank galt Graf, der die ganze Zeit angeschoben habe, damit sich auf der Baustelle etwas bewegt. Mayer will Markus Graf für die Konrad-Max-Kunz Medaille vorschlagen.

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