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Gesundheit

Der Krisendienst Oberpfalz startet

Schwandorf wird zum wichtigen Standort für akute psycho-soziale Hilfe. Zehn Mitarbeiter stehen zur Verfügung.
Von Regina Suttner

Stefan Strauß (von rechts), Geschäftsführender Vorstand Diakonisches Werk Sulzbach-Rosenberg e.V., Jens Scheffel, Geschäftsführer der Krisendienste Oberpfalz gGmbH, Landrat Thomas Ebeling, Bezirkstagspräsident Franz Löffler, Oberbürgermeister Andreas Feller, Dr. Benedikt Schreiner, Leiter Bezirkssozialverwaltung  Foto: Regina Suttner
Stefan Strauß (von rechts), Geschäftsführender Vorstand Diakonisches Werk Sulzbach-Rosenberg e.V., Jens Scheffel, Geschäftsführer der Krisendienste Oberpfalz gGmbH, Landrat Thomas Ebeling, Bezirkstagspräsident Franz Löffler, Oberbürgermeister Andreas Feller, Dr. Benedikt Schreiner, Leiter Bezirkssozialverwaltung Foto: Regina Suttner

Schwandorf.Bezirkstagspräsident Franz Löffler eröffnete am Donnerstag zusammen mit Stefan Strauß, Geschäftsführender Vorstand des Diakonischen Werks Sulzbach-Rosenberg e.V. in der Friedrich-Ebert-Straße 1 die Geschäftsstelle des Krisendienstes Oberpfalz gGmbH. Menschen in emotional stark belastenden Ausnahmesituationen sollen die bestmögliche Hilfe bekommen, das ist die Intention des neuen Dienstes. Das gleiche gilt auch für die Angehörigen, die in so einer Situation gefordert sind, sich überfordert fühlen und Unterstützung brauchen.

Der Bezirk Oberpfalz und die „Krisendienste Oberpfalz gGmbH“, die aus zwölf Gesellschaftern aus der sozialen Psychiatrie besteht, gehen gemeinsam an den Start. „Die Aufbauphase startet jetzt sofort“ sagte Löffler bei seiner Begrüßung in der neuen Leitstelle, die im Frühsommer 2020 die ersten Anrufe entgegennehmen wird.

Voraussetzungen

  • Förderung:

    Der Bezirk Oberpfalz fördert den Aufbau und Betrieb bereits seit 2019 durch eine Vorfinanzierung der Leitstelle, des weiteren werden die Medizinischen Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz eng mit dem Krisendienst kooperieren.

  • Grundlagen:

    Im Hilfeteil des vom Bayerischen Landtags im Juni 2018 verabschiedeten neuen Bayerischen Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz (PsychKHG) wurden die Grundlagen für die akute psychosoziale Hilfe für Menschen in seelischen Notlagen geschaffen.

Die Räume mit 160 Quadratmetern Fläche wurden von der gGmbH angemietet und werden jetzt mit Leben, sprich mit dem erforderlichen Fachpersonal, gefüllt. Zehn Mitarbeiter, darunter Ärzte, Psychologen, Sozialpädagogen, sind hier, zunächst von 9 bis 24 Uhr, telefonisch für Menschen in psychischen Notlagen erreichbar. Je nach Bedarf wird die Erreichbarkeit angepasst, wenn erforderlich rund um die Uhr.

Die Krise deeskalieren

Sollte sich beim Erstgespräch in der Leitstelle herausstellen, dass eine Vor-Ort-Versorgung notwendig ist, fahren zwei Personen im Auftrag der Leitstelle innerhalb von 60 Minuten an die vereinbarte Stelle, um die krisenhafte Situation zu deeskalieren. Damit gliedert sich der Krisendienst in zwei Teile, auch finanziell. Erster Teil, getragen vom Freistaat Bayern, ist die Leitstelle mit dem telefonischen Erstkontakt. In den sieben bayerischen Bezirken wird dazu eine einheitliche Telefonnummer eingerichtet, die den Ratsuchenden automatisch mit der richtigen regionalen Stelle verbindet.

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Den zweiten Teil, die aufsuchende Hilfe, „face to face“, so Löffler, übernehmen die Bezirke. Löffler weist darauf hin, dass psychische Erkrankungen mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind und nicht mehr, wie noch vor 20 Jahren, mit einem Tabu behaftet sind. „Wie geht man damit um, wenn ein Mensch von einer psychischen Krise betroffen ist?“ Zielführend ist, den Erkrankten auf den Weg in ein eigenbestimmtes Leben führen zu können. Wenn Betroffene sich selber überlassen sind, wird der Heilungsprozess entsprechend aufwändiger, mit einer schlechteren Prognose. Die Eröffnung der Geschäftsstelle in Schwandorf ist der Startschuss für die praktische Umsetzung des neuen Angebotes und wird sowohl von Landrat Thomas Ebeling als auch von OB Andreas Feller außerordentlich begrüßt. „Ein Baustein zur Abrundung des Gesundheitssystems – mitten in der Stadt“ sagte Feller.

Zwölf Gesellschafter dabei

Die zwölf Gesellschafter sind: Sozialteam Regensburg, Caritasverband für Diözese Regensburg, Bayerische Gesellschaft für psychische Gesundheit Regensburg, Diakonisches Werk Sulzbach-Rosenberg, Diakonisches Werk evangelisch-lutherischer Dekanatsbezirk Regensburg, Diakonisches Werk Altdorf-Hersbruck-Neumarkt, Barmherzige Brüder Reichenbach, Chamerauer Dienstleistungen, ambulanter Betreuungsdienst Neumarkt, ApK Regensburg, Irren ist menschlich Regensburg.

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