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Geschichte

Der Weg vom Tagebau zum Tourismus

Der Kohleabbau war in Steinberg am See lange von existenzieller Bedeutung. Bei einer Wanderung wird die Zeit wieder lebendig.
Von Jakob Scharf

So sah der Steinberger See mit dem Schaufelradbagger 3 im Jahr 1978 aus. Im Hintergrund ist bereits die große Insel zu erkennen, daneben das jetzige Baugebiet „Retzerschübl“ auf gewachsenem Boden. Foto: Jakob Scharf
So sah der Steinberger See mit dem Schaufelradbagger 3 im Jahr 1978 aus. Im Hintergrund ist bereits die große Insel zu erkennen, daneben das jetzige Baugebiet „Retzerschübl“ auf gewachsenem Boden. Foto: Jakob Scharf

Steinberg.Premiere hatte die VHS Städtedreieck in Steinberg mit dem Thema „Vom Tagebau zum Tourismus“. Alt-Bürgermeister Jakob Scharf erklärte den Teilnehmern bei einer Wanderung zum Steinberger See und anschließender Museumsführung den Weg der Region vom Braunkohlebau zur touristischen Aufwärtsentwicklung. Wegen des regen Interesses wird diese Veranstaltung im Frühjahr nochmals angeboten.

Zunächst machte man am historischen Brunnen beim Rathaus Station, wo der Wanderführer anhand der Figuren die Hauptepochen der Steinberger Geschichte erklärte, beginnend mit der Hofmarkzeit und der prägenden Ära der Reisacher über den Granitabbau und den Braunkohleabbau bis hin zur Rekultivierung und den Tourismus rund um die Tagebauseen.

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Der nächste Halt war das Neubaugebiet am See. Hier zeigte Scharf auf, wie sich der ehemalige Tagebau Oder relativ schnell mit Wasser füllte und damit nach dem schon früher gefüllten Murner See der anfangs recht umstrittene Weg der Gemeinde Steinberg vom ehemaligen Industrieort hin zur attraktiven Wohn- und Tourismusgemeinde begann. Ein wesentlicher Meilenstein war der „Jahrhundertdeal“ mit der E.ON, als man das gesamte Gelände um den See geschenkt bekam und zusätzlich zweieinhalb Millionen Mark. Heute sei der größte See Ostbayerns mit vielen Attraktionen „Besuchermagnet Nummer 1“ im gut harmonierenden Zweckverband „Oberpfälzer Seenland“.

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Vorbei am Knappensee ging der Marsch zurück in das Braunkohlemuseum, das seit 1994 existiert und inzwischen rund 16000 Besucher aufweist. Hier ließ der HAK-Vorsitzende 76 Jahre Firmengeschichte der BBI Revue passieren, die Grundlage gewesen sei für die stetige Aufwärtsentwicklung der Region rund um Wackersdorf. Auch die WAA-Zeit rief Jakob Scharf mit vielen eigenen Erinnerungen ins Gedächtnis zurück, wobei er auch auf die Zeit vor der BBI einging, die nach dem Kohlenfund des Schneidermeisters Andreas Schuster schon 1800 begann.

Tagebau in Zahlen

  • Förderung:

    Als am 21. September 1982 im Tagebau Auweiher die letzte Tonne Kohle gefördert wurde, waren rund 182 Millionen Tonnen aus 36 Tagebauen ausgekohlt und man hatte seit Inbetriebnahme des Kraftwerks Schwandorf 1930 insgesamt 88 Milliarden Kilowattstunden erzeugt.

  • Bedeutung:

    In den letzten Jahren vor dem Ende waren rund 1500 Mitarbeiter aus 24 Gemeinden beschäftigt, wobei seit 1906 insgesamt über 21000 Mitarbeiter Arbeit und Brot fanden.

Die „Hinterlassenschaft“ des Braunkohleabbaus waren und sind rund 650 Hektar Wasserfläche, wobei man zuvor ungefähr 15 Millionen Bäume gepflanzt hatte. Aus einer „schwarzen, aber für die Region segensreichen Kohlenlandschaft wurde eine neue, attraktive Landschaftsstruktur geschaffen“, so der Wanderführer. Auch das Industriegebiet „Taxöldener Forst“ hätte es ohne Braunkohle nie gegeben, zeigte er sich überzeugt und appellierte abschließend, diese bergmännische Tradition weiterhin aufrecht zu erhalten.

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