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Mein Verein

Krav Maga ist nichts für Schlägertypen

Der Verein „Fight4yourlife“ vermittelt in Schwandorf „Krav-Maga“-Techniken. Sie haben in der Armee Israels ihre Wurzeln.
Von Ingrid Hirsch

Trainer Joe Kopfmüller (links) und Vorsitzender Dominik Bock (rechts) zeigen die Techniken „Krav-Maga-Methode“ zur Selbstverteidigung. Foto: xih
Trainer Joe Kopfmüller (links) und Vorsitzender Dominik Bock (rechts) zeigen die Techniken „Krav-Maga-Methode“ zur Selbstverteidigung. Foto: xih

Schwandorf.Vor einem Jahr hat sich der Verein „Fight4yourlife“ mit dem Ziel gegründet, die Mitglieder mit den Techniken der Selbstverteidigung nach der „Krav-Maga-Methode“ vertraut zu machen. Die 25 Sportfreunde treffen sich zweimal in der Woche zum Training im Spiegelsaal der FT Eintracht Schwandorf.

Trainer Joe Kopfmüller beschäftigt sich seit 30 Jahren mit dem Thema Selbstverteidigung. Der Kampfsportler kam über Taekwondo, Jiu-Jitsu und Wing-Tsun zu „Krav Maga“. Neben der Verteidigung gegen Schläge und Angriffe mit Waffen lernen die Teilnehmer Techniken zur Befreiung aus einer Umklammerung kennen.

Angreifer außer Gefecht setzen

Ingeborg Schmalzl ist schon „manchen komischen Männern“ begegnet. Seit die Diplom-Ingenieurin „Krav Maga“ betreibt, tritt sie diesen Typen selbstbewusster entgegen. „Man muss nicht unbedingt kräftig sein, um sich zu wehren.“ Foto: xih
Ingeborg Schmalzl ist schon „manchen komischen Männern“ begegnet. Seit die Diplom-Ingenieurin „Krav Maga“ betreibt, tritt sie diesen Typen selbstbewusster entgegen. „Man muss nicht unbedingt kräftig sein, um sich zu wehren.“ Foto: xih

„Bei Krav Maga ist alles erlaubt, was einem hilft, die eigene Haut zu retten“, sagt Vorsitzender Dominik Bock. In einer Notwehrsituation dürfe der Angegriffene nicht zimperlich sein, sondern müsse sein Gegenüber außer Gefecht setzen. „Und zwar mit allen Mitteln“. Die Hemmschwelle zu überwinden, gehöre zu den wichtigen Inhalten des Trainings. Joe Kopfmüller arbeitet vor allem präventiv.

Michael Tenzer suchte nach einem sportlichen Angebot und fand in „Krav Maga“ die geeignete Sportart. Der 25-jährige Student fühlt sich „in der coolen Gruppe“ wohl und schätzt die Disziplin und die soziale Kompetenz der Mitglieder. Foto: xih
Michael Tenzer suchte nach einem sportlichen Angebot und fand in „Krav Maga“ die geeignete Sportart. Der 25-jährige Student fühlt sich „in der coolen Gruppe“ wohl und schätzt die Disziplin und die soziale Kompetenz der Mitglieder. Foto: xih

Wer gefährliche Situationen rechtzeitig erkennt, sollte ihnen entgehen und sich zurückziehen. Wenn es sich aber nicht vermeiden lasse, sollte man schnell reagieren können, um den Angreifer zu überraschen. Ist das Gegenüber ausgeschaltet, rät der Trainer zum sofortigen Rückzug, um weitere Provokationen zu vermeiden. Dominik Bock macht deutlich: „Krav Maga ist nichts für Schlägertypen.“ Die Techniken dienten allein der Selbstverteidigung und nutzten die natürlichen Reflexe des Körpers.

Wer am Training teilnehmen möchte, soll am Mittwoch und Freitag ab 19 Uhr im Sportheim der FT Eintracht vorbeischauen und gleich Sportkleidung mitbringen. Ein vorheriger Blick auf die Homepage des Vereins ist nützlich.

Tamara Radlbeck trainiert seit einem Jahr zweimal in der Woche. Die 23-Jährige arbeitet in der Notaufnahme eines Krankenhauses und will im Notfall auf Angriffe betrunkener Patienten reagieren können. Foto: xih
Tamara Radlbeck trainiert seit einem Jahr zweimal in der Woche. Die 23-Jährige arbeitet in der Notaufnahme eines Krankenhauses und will im Notfall auf Angriffe betrunkener Patienten reagieren können. Foto: xih

„Krav Maga“ ist eine israelische Selbstverteidigungsart, die ihren Ursprung im Militär hat. Entwickelt wurde sie vom osteuropäischen Juden Imrich Lichtenfeld, der 1910 in Budapest geboren wurde und ein hervorragender Boxer und Ringer war. In den Wirren des Zweiten Weltkrieges flüchtete Lichtenfeld 1940 vor den Nazis nach Palästina. Dort begann er, Teile der jüdischen Untergrundstreitkräfte zu trainieren. Er bildete Schüler und israelische Elitekämpfer aus. Allmählich breitete sich diese Art der Selbstverteidigung über Europa aus.

Einblicke ins Training gibt’s auf Facebook:

Zweimal in der Woche sollte ein Anfänger ein halbes Jahr lang trainieren, dann sei er gut in der Lage, „sich selbst angemessen zu verteidigen“, sagt Dominik Bock. Es seien keinerlei Vorqualifikationen erforderlich. Es gebe auch keine Kleiderordnung. Dominik Bock schaut schon „genau hin“, wen er in die Gruppe aufnimmt. Auf Schlägertypen verzichtet er lieber. Der Vereinsvorsitzende hat eine heterogene Gruppe beisammen, „die sich menschlich gut versteht und über den Sport hinaus Freundschaften pflegt“. Die soziale Schicht, Alter oder Geschlecht – all das spiele im Verein keine Rolle.

Alle Teile der Serie „Mein Verein“ finden Sie hier.

Silvia Brandl aus Maxhütte-Haidhof will sich fit halten und hat sich für diese Art der Selbstverteidigung entschieden. Die 38-jährige Bürokauffrau ist seitdem „wesentlich selbstbewusster“ geworden. Foto: xih
Silvia Brandl aus Maxhütte-Haidhof will sich fit halten und hat sich für diese Art der Selbstverteidigung entschieden. Die 38-jährige Bürokauffrau ist seitdem „wesentlich selbstbewusster“ geworden. Foto: xih

„Krav Maga“ zeichnet sich durch einfache Techniken aus. Natürliche und instinktive Reaktionen werden im System berücksichtigt und sinnvoll eingebunden. Dadurch ist „Krav Maga“ relativ schnell zu erlernen. Es ist seinem Selbstverständnis nach kein Sport, sondern ein reines Selbstverteidigungssystem. Es gibt keine Wettkämpfe.

Besonders das spontane Reagieren in Stresssituationen wird trainiert. Der richtigen Taktik in Gefahrensituationen räumen die Trainer viel Raum ein. Es geht auch darum, Gefahren frühzeitig zu erkennen und durch geschicktes Verhalten dem Konflikt auszuweichen. Es sind inzwischen verschiedene Organisationen und Interpretationen des „Krav Maga“ entstanden, die sich in der Auswahl der Techniken und Trainingsmethoden unterscheiden.

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