Ringen Bayernliga
Spannung bis zum Schluss: Packender Auftaktsieg der Kelheimer Riege

11.09.2023 | Stand 12.09.2023, 15:31 Uhr |

ATSV-Ringer Andreas Schmidt (l.) gewann im letzten Kampf gegen Marlon Schmucker und sicherte Kelheim damit die ersten Punkte der neuen Saison. Foto: Alfred Huber

Der Start der Ringer des ATSV Kelheim in die Saison der Bayernliga Süd ist geglückt. Bis zum 20:15-Erfolg gegen den SV Kempten war es aber ein weiter Weg. Erst der letzte Kampf entschied den Heimauftritt der Kelheimer.

ATSV-Pressewart Stephan Hacker atmete durch. „Es war der erhoffte Erfolg. Die Kemptner machten es uns jedoch nicht einfach.“ Gestartet wurde in der Gewichtsklasse bis 57kg in der freien Stilart. Hier taktierte Kelheims Coach Helmut Wild und stellte den Griechisch-Ringer Bence Juhasz auf. Erwartet wurde ein schwächerer Gegner aus Kempten. Doch die Allgäuer schickten mit Nikoloz Beruashvili einen ausländischen Freistilspezialisten auf die Matte.

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Gegen diesen Kontrahenten musste Juhasz gleich zu Beginn einem Rückstand hinterherlaufen. In der zweiten Kampfhälfte gab es große Aufregung aufseiten der Kelheimer: Die Unparteiischen ahndeten eine grobe Tätlichkeit des Kemptners nicht. Dieser verpasste dem ATSV-Athleten per Kopfstoß eine Platzwunde und kam ungestraft zum Schultersieg.

Im nächsten Duell hatte Kelheims Andreas Rauscher erwartungsgemäß wenig Chancen. Als 80 kg-Mann musste er in die Klasse bis 130kg aufrücken. Gegen den 20 Kilo schwereren Axel Bückle half auch die stärkste Gegenwehr nichts.

Beeindruckende Aufholjagd des ATSV



Nun aber kam der ATSV auf. Goga Dzigua zeigte bis 61 kg im griechischen Stil ein Feuerwerk an Griffen. Bereits noch vor der zweiten Kampfminute musste Dominik Thomae die technische Überlegenheit des Kelheimers anerkennen. Die Aufholjagd wurde von Neuzugang Nawidullah Saifi gegen den starken Martin Spöttle fortgesetzt. Je länger der Kampf dauerte, umso überzeugender wurde die Vorstellung des Kelheimers. Sein Punktsieg bis 98kg Freistil war wichtig für das Lager der Hausherren.

Ein „Highlight des Abends“, so Hacker, war der Kampf von ATSV-Ringer David Turkiewicz gegen Ghani Tawseefullah bis 66 kg Freistil. Der junge Kelheimer spielte seine technische und körperliche Stärke aus und krönte seinen Auftritt mit einem Schultersieg. Mit dem 11:8 lagen die Hausherren pünktlich zur Pause des Ligaduells erstmals in Führung.

Führung wieder bei Kempten



Ringerneuling Florian Wagner hatte danach die undankbare Aufgabe, sich mit dem Kemptner Spitzenringer Lukas Bückle in der Klasse bis 86 kg Griechisch zu messen. Der Gästeathlet gewann im vergangenen Jahr 13 seiner 14 Kämpfe. Der Kelheimer wehrte sich beherzt, in der Bodenlage zeigte der SV-Ringer jedoch seine Ausnahmestellung. Die Führung ging zurück an Kempten.

Max Wagner musste für seinen Kampf bis 71 kg Griechisch neun Kilogramm abkochen. Dies machte sich gegen den Allgäuer Sebastian Egger bemerkbar. Der Kelheimer hielt aber lange mit und schaffte es, den Gästen nur einen Punktsieg zu überlassen. Mit dem 15:11 keimte bei Kempten Hoffnung auf den Aufwärtssieg auf.

Internationale Klasse setzt sich durch



Die Rechnung ging nicht auf. ATSV-Neuzugang Eldar Mansirov bekam mit Felix Bückle bis 80 kg Freistil zwar einen starken Kämpfer vorgesetzt, aber die internationale Klasse der Kelheimer Verstärkung war unverkennbar. Punkt um Punkt machte Mansirov und brachte Kelheim auf 13:15 heran.

Einen Patzer durfte sich auch Routinier Johannes Mayerhofer (75 kg Freistil) nicht erlauben. Seine Erfahrung brauchte die Kelheimer Mannschaft zu diesem Zeitpunkt. „Auf Johannes ist Verlass. Selbst ein anfänglicher Punktrückstand brachte ihn nicht aus dem Konzept“, lobte Hacker. Sein Erfolg brachte die Führung zurück in die heimische Halle nach Kelheimwinzer.

Finale wie in einem Krimi



Einem Krimi gleich musste nun Andreas Schmidt in 75 kg Griechisch bei einem Punktestand von 16:15 den Kampf gegen Marlon Schmucker auch gewinnen. Und der ATSV-Ringer ließ nichts anbrennen. „Physisch stark und mit einem extremen Kampfwillen zeigte er auf der Matte seine Klasse.“

Auch mit technischer Überlegenheit sicherte Schmidt den Kelheimern mit seinem Sieg den Erfolg im ersten Mannschaftsvergleich. Die Halle, in der auch Kicker und Turner des ATSV sowie Winzerer Fußballer zu den 250 Fans zählten, tobte. Am Samstag reist Kelheim zum SV Untergriesbach, das zum Auftakt beim TSV Berchtesgaden unterlag.