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FCN: Derbysieg für die Geschichtsbücher

Der Club siegt erstmals seit 1979 wieder im Fürther Ronhof und springt auf Platz zwei. Fürth hängt immer tiefer unten drin.
Von Thorsten Drenkard

  • Die Nürnberger Spieler jubeln nach dem Abpfiff über ihren Sieg vor der Fankurve. Foto: Daniel Karmann/dpa
  • Der Nürnberger Cedric Teuchert (r) jubelt mit seinem Kollegen Mikael Ishak (M) über seinen Treffer zum 0:2. Foto: Daniel Karmann/dpa
  • Die Fürther Spieler Maximilian Wittek (l) und Khaled Narey stehen nach dem Abpfiff enttäuscht auf dem Rasen. Foto: Daniel Karmann/dpa

Fürth.Wo soll man nur anfangen?!

Der 3:1-Erfolg des 1. FC Nürnberg am Sonntagnachmittag war der erste Sieg des Club im Fürther Ronhof seit 20. Oktober 1979 – historisch.

Zugleich feierte der FCN seinen dritten Punktsieg innerhalb von einer Woche, nachdem die Mannschaft von Coach Köllner vergangenes Wochenende in Duisburg triumphiert (6:1) hatte und am Donnerstag zu Hause Bochum schlug (3:1) – spektakulär.

Somit grüßt der Nürnberger Traditionsverein nach jener erfolgreichen englischen Woche, die im emotionalen Derbysieg gipfelte, vom zweiten Platz der Zweitliga-Tabelle – beeindruckend.

Vor 13.550 Zuschauer im altehrwürdigen Fürther Ronhof besorgten Mikael Ishak (9.) mit seinem fünften Treffer in drei Punktspielen, Cedric Teuchert (58.) und Hanno Behrens (90.+3) für die drei Treffer des FCN, der lediglich nach dem zwischenzeitlichen 1:2-Anschlusstor durch Fürths Jurgen Gjasula (79., Foulelfmeter) um den Derbyerfolg zittern musste.

Hier sehen sie den Profikader des 1. FC Nürnberg der Saison 2017/18 in einer Bildergalerie:

Der Profikader des FCN 2017/18

Weil die Mannschaft von Coach Michael Köllner aber in der Schlussphase den wütenden Angriffen der Kleeblatt-Kicker standhielt – vor allem dank Keeper Fabian Bredlow, der mehrmals glänzend gegen Dursun und Hofmann parierte (83., 85., 87.), – hallte es nach dem Abpfiff von Schiedsrichter Felix Zwayer lautstark aus den Kehlen der Club-Fans: „Derbysieger! Derbysieger! Hey! Hey!“

Fürth hatte während dieses intensiven 263. Frankenderbys zwar häufiger den Ball in den eigenen Reihen, wusste damit gegen gut geordnete Nürnberger aber meist wenig Torgefährliches anzufangen.

Anders der FCN, der bereits in der 9. Minuten seine tausendfach mitgereisten Anhänger das erste Mal jubeln ließ: Nachdem sich Fürths Caligiuri im Mittelfeld verschätzt hatte, war Cedric Teuchert auf der rechten Seite vollkommen blank. Der Angreifer sprintete mit dem Ball am Fuß los und passte in die Mitte des Strafraums, wo der Schwede Ishak sich gegen Narey durchsetzte und aus elf Metern zur Club-Führung einschoss.

„Wir waren heute eine starke Einheit auf dem Platz.“

FCN-Coach Michael Köllner

Das zweite Nürnberger Tor besorgte der Vorarbeiter des ersten Treffers dann selbst. Es waren 59 Minuten gespielt, als Kapitän Behrens sich zu einem Lauf durch das Fürther Mittelfeld entschloss und den Ball umsichtig durch die Viererkette des Kleeblatts in den Lauf Teucherts spielte. Nach ersten technischen Schwierigkeiten, umspielte der 20-Jährige Fürths herausgeeilten Torwart Magyeri und traf aus spitzem Winkel zum 2:0.

Nicht unumstrittenen dann der Anschluss für die bemühten, aber wenig inspirierten Hausherren aus Fürth: Bredlow berührte im Strafraum Fürths Hofmann, der zu Boden ging, was einen Pfiff Zwayers zur Folge hatte. Für den Verursacher des Fouls war der Fall klar: „Der Elfmeter war für mich unberechtigt. Dadurch wurde es nochmal spannend.“ Den Strafstoß verwandelte schließlich Gjasula (79.) und läutete damit die finale Drangphase der SpVgg ein.

Die Reaktion des FCN auf den Derbysieg via Facebook:

Doch der 1. FC Nürnberg in der aktuellen Form behielt die Nerven und feierte in der Nachspielzeit seinen Kapitän, der das erlösende 3:1 erzielte. Danach war nur noch Nürnberger Jubel, während die Fürther Spieler sich nach dem Abpfiff enttäuscht auf den Rasen fielen lassen. Das Kleeblatt hängt als Tabellenvorletzter tief im Keller fest. Ein geknickter Fürth-Trainer Damir Buric stellte hinterher fest: „Wir haben nie aufgegeben, aber Nürnberg war auch gut organisiert. Der Club-Torwart war heute nicht nur in dieser Szene gut.“

Dem Club war das Fürther Schicksal freilich egal, schließlich galt es an diesem Nachmittag eine hervorragende Woche und ein herausragendes Derby zu feiern.

Die Fürther Reaktion auf Facebook nach der Derbyniederlage:

Trainer Köllner war nach dem Spiel voll des Lobes für seine Kicker: „Wir waren heute eine starke Einheit auf dem Platz. Die Mannschaft hat heute nach der englischen Woche nochmal alles abgerufen und die letzten Körner rausgeholt. Wir freuen uns vor allem für unsere Fans, dass es nach der langen Durststrecke hier in Fürth endlich wieder mit einem Sieg geklappt hat.“

Abschließend gab der Coach dann noch das Feierziel dieses, aus FCN-Sicht wunderbaren Sonntags aus: „Jetzt schauen wir, dass wir zügig zum Altstadtfest kommen.“

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