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Fussball

Eine Verteidigerin mal ganz vorn

Jennifer Rosenau gewinnt die Wahl zum Amateurfußballer des Jahres. Das Abwehrtalent des TSV Neudorf freut sich riesig.
Von Jürgen Scharf

Jennifer Rosenau (zweite von links) mit (von links) MZ-Sportchef Heinz Gläser, Markus-Johannes Zimmermann (Eckert Akademie) und Andrea Radlbeck (Eckert Schulen) Foto: Tino Lex
Jennifer Rosenau (zweite von links) mit (von links) MZ-Sportchef Heinz Gläser, Markus-Johannes Zimmermann (Eckert Akademie) und Andrea Radlbeck (Eckert Schulen) Foto: Tino Lex

Regensburg.„Wir haben eine Fußballerin“, entfuhr es Moderator Armin Wolf bei der Bekanntgabe des Ergebnisses. Jennifer Rosenau hatte bei der Kür des ostbayerischen Amateurfußballers des Jahres das Rennen gemacht: ein riesiger Erfolg für die 19-jährige Abwehrspielerin des TSV Neudorf.

So stimmten die Leser ab:

Unter großem Beifall schritt Rosenau zur Siegerehrung. Die sympathische Sportlerin aus der nördlichen Oberpfalz sorgt derzeit mit ihrem Verein in der Frauen-Bezirksoberliga für Furore. Dort steht der TSV auf dem zweiten Platz. Nur drei Punkte beträgt der Rückstand auf Tabellenführer Thalmassing. Ob sie vielleicht noch an das ganz große Ding, die Meisterschaft, glaube, fragte Wolf. „Da müssen wir schauen, dass wir bei unserer Leistung noch konstanter werden, dann wär’ vielleicht auch mal der erste Platz drin“, meinte Rosenau.

Mehr als 20 Prozent der Stimmen

Einen ersten Platz hat Rosenau jetzt aber schon gewonnen – den bei der Wahl des ostbayerischen Amateurfußballers 2018. Ende des vergangenen Jahres hatte die Redaktion des Fußballportals Fupa Oberpfalz wieder anhand mehrer Kriterien – etwa Trainerumfrage und Nominierungen für die Elf der Woche – eine Elf des Jahres zusammengestellt. Dann konnten die User im Internet abstimmen. Mit 20,89 Prozent der Stimmen setzte sich Rosenau dabei letztlich relativ klar durch. Auf dem zweiten Platz landete Johannes Bierlmeier (ASV Cham/15,01 Prozent), auf den dritten Platz wurde Dominik Haller (DJK Gebenbach/12,74) gewählt. Ein Zeichen für das harte Rennen, das sich die Amateurfußballer der Region bei der Wahl jedes Jahr liefern, war, dass mit Andre Luge von der DJK Vilzing, ein Ex-Profi des SSV Jahn „nur“ auf dem vierten Platz landete.

Das waren die Sieger der Gala:

Dass sich dieses Jahr wieder eine Frau durchsetzte, war letztlich aber nur bedingt eine Überraschung. Seit der Einführung der Wahl im Jahr 2013 wechseln sich die Geschlechter regelmäßig ab. Auf Premierensieger Dominik Forster von der SpVgg SV Weiden folgte Franziska Hutter vom Bayernligisten SV Thenried. Danach siegten Jeremy Schmidt vom 1. FC Schwarzenfeld, Lena Falter vom SC Regensburg, Matthias Gröger vom ASV Burglengenfeld – und nun wieder eine Frau.

Rosenau genoss die Gala im Kolpinghaus am Donnerstag in vollen Zügen: „Das ist einfach toll.“ Angereist war sie mit ihren beiden Freundinnen Elena und Laura, die beide – natürlich – mit ihr beim TSV Neudorf kicken. Zudem begleitete sie der TSV-Vorsitzende Helmut Hummer zur Gala. Früher lief Rosenau, die in Weiden derzeit eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement absolviert, für den VfB Rothenstadt und die SpVgg Weiden auf. In Weiden trainierte sie einst auch im Nachwuchsleistungszentrum. Dort wurde ihr Talent gefördert, das nun im Seniorinnenbereich immer mehr zur Geltung kommt.

Alles rund um die Sportler des Jahres 2018 lesen Sie in unserem Spezial!

Im Winter tritt Rosenau mit dem TSV zunächst noch am 3. Februar in der Halle bei den Futsal-Bezirksmeisterschaften an. Vor den Konkurrenten – unter anderem sind der SC Regensburg aus der Regionalliga oder der SV Thenried aus der Bayernliga dabei – hat sie mächtig Respekt: „Wir versuchen natürlich unser Bestes, aber da sind schon ziemlich gute und starke Gegner dabei. Mal schauen, was dabei rauskommt.“

„Beim Läuferischen“ verbessern

Für ihre ganz persönliche Entwicklung hat Rosenau klare Schwerpunkte ausgemacht. Insbesondere „beim Läuferischen“ wolle sie sich unbedingt noch verbessern. Beim Spielstil ordnet sie sich selbst übrigens nicht als überharte Verteidigerin ein: „Ich haue jedenfalls keiner grundlos auf die Knochen.“ Dass sie in der Innenverteidigung ihres Klubs auf der linken Seite spielt, obwohl sie selbst ein Rechtsfuß ist, empfindet sie nicht als Nachteil. „Innenverteidigung ist ja immer noch ziemlich in der Mitte des Spielfelds, da geht das schon.“ Nicht nur in Sachen Fairness, auch sonst zählt Rosenau Nationalspielerin Dzsenifer Marozsan und Bayern-Star Mats Hummels zu ihren Vorbildern. Der FC Bayern ist ohnehin ihr Lieblingsverein, dort besucht sie auch immer wieder die Bundesliga-Spiele der Herren und Frauen.

Wie weit nach oben es für Rosenau in ihrer Karriere noch geht, bleibt abzuwarten. Mit dem Team des TSV Neudorf, der vor zwei Jahren noch in der Landesliga spielte, scheint in der Tat einiges möglich. Bei einem Durchschnittsalter von 18,5 Jahren könnte der Mannschaft auf jeden Fall die Zukunft gehören.

Den Bericht über die Gala lesen Sie hier.

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