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Wie viele Kliniken braucht die Region?

Deutschlands Ärztepräsident stößt einen alten Streit neu an. So ist die Versorgung in Teilen der Oberpfalz und Kelheim.

Das Krankenhaus St. Barbara der Barmherzigen Brüder in Schwandorf ist eines von drei Krankenhäusern im Landkreis Schwandorf.
Das Krankenhaus St. Barbara der Barmherzigen Brüder in Schwandorf ist eines von drei Krankenhäusern im Landkreis Schwandorf. Foto: Martin Kellermeier

Regensburg.Deutschlands Ärztepräsident Klaus Reinhardt hat am Mittwoch eine alte Diskussion neu entfacht: Wie viele Krankenhäuser braucht das Land - und wo? Er warnte davor, Kliniken als Industriebetriebe zu sehen. Doch wie gut ist unsere Region versorgt? Und welche Häuser mussten in den vergangenen 20 Jahren schließen? Ein Blick in die Regionen Regensburg, Schwandorf, Amberg, Neumarkt, Cham und Kelheim:

Das größte Angebot gibt es in der Stadt Regensburg mit großen Häusern wie dem Universitätsklinikum, dem Krankenhaus Barmherzige Brüder und dem Caritas Krankenhaus St. Josef. Hinzu kommt auf dem Landkreis noch die Kreisklinik Wörth. Damit ist die Bevölkerung im südlichen Landkreis gut versorgt.

Hemau musste schließen

Ganz anders sieht es im westlichen Landkreis aus. Dort wurde 2011 die Schließung des Kreiskrankenhauses Hemau beschlossen. Ausschlaggebend waren die niedrigen Belegungszahlen gewesen. Von 30 möglichen Betten waren in dem kleinen Krankenhaus damals im Durchschnitt nur noch 9,3 belegt.

Jubiläum

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Vor zehn Jahren eröffnete das BRK-Seniorenheim in Hemau. Heute ist es etabliert – damals gab es Zweifel am Konzept.

Wenige Kilometer entfernt in Parsberg (Landkreis Neumarkt) gab es bis zum 31. Januar 2020 noch ein kleines Kreiskrankenhaus. Die Schließung war ein Paukenschlag. Ursprünglich war man von einem Betrieb bis 2021 ausgegangen. Geringe Auslastung und fehlendes Personal gaben den Ausschlag für das vorzeitige Aus. Die Ärzte wollten die Doppelbelastung von zwei Standorten nicht mehr mittragen. Es folgte eine Konzentration auf das Klinikum Neumarkt.

Zwei Kliniken im Landkreis Kelheim

Eine zentrale Anlaufstelle gibt es mit der Goldberg-Klinik Kelheim auch im Landkreis Kelheim. Das Krankenhaus Mainburg gehört zwar dem Landkreis, wird aber seit 2007 unter dem Titel Ilmtalklinik GmbH zusammen mit der Klinik in Pfaffenhofen betrieben.

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Gewappnet für die zweite Corona-Welle

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Im Raum Amberg werden aktuell drei Allgemeinkrankenhäuser betrieben: Das Klinikum St. Marien in Amberg, das Krankenhaus St. Anna in Sulzbach-Rosenberg sowie die Klinik St. Johannes in Auerbach. Schließungen gab es in den vergangenen zwanzig Jahren hier keine.

Kreis Schwandorf: Zwei Krankenhäuser geschlossen

Im Landkreis Schwandorf gibt es noch drei klassische Krankenhäuser: An der Spitze steht das Krankenhaus St. Barbara mit 267 Betten und zehn Fachabteilungen. Hinzu kommen die ehemaligen Kreiskrankenhäuser Burglengenfeld und Oberviechtach, die von Asklepios übernommen wurden. Das Asklepios-Krankenhaus Nabburg wurde am 1. April 2013 geschlossen. Das Haus in Neunburg vorm Wald ereilte 2004 das endgültige Aus.

Große Krankenhausschließungen sind im Landkreis Cham bereits lange vorbei. Hier gibt es die Sana Kliniken des Landkreises Cham mit den Standorten Cham, Bad Kötzting und Roding.

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