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Ein Hochbeet selber bauen

So schwer ist es gar nicht: Die Gartenbauingenieurin Marion Zlamal zeigt Schritt für Schritt, wie’s gemacht wird.
Von Heike Sigel

Gärtnern auf kleinstem Raum – Wie Hochbeete jeden Garten bereichern können. Foto: Marion Zlamal
Gärtnern auf kleinstem Raum – Wie Hochbeete jeden Garten bereichern können. Foto: Marion Zlamal

Regensburg.Für ganz Ungeduldige gibt es im Baumarkt bereits vormontierte Bausätze. Damit ist es gar nicht so schwer, ein Hochbeet selbst zu bauen. Also ran an den Akkuschrauber und einfach loslegen!

1. Was wir brauchen

Foto: Heike Sigel
Foto: Heike Sigel

Bevor man loslegt, sollte man sich überlegen, wie groß das Hochbeet werden und wo es stehen soll. Am besten eignet sich ein sonniger Platz im Garten oder auf der Terrasse. Grundsätzlich können Hochbeete aus verschiedensten Materialien wie beispielsweise Stein oder Blech gestaltet werden. In unserem Fall fiel die Wahl auf ein ein mal zwei Meter großes, vormontiertes Beet aus Lärchenholz. Mit im Bausatz enthalten waren Schrauben und die Folie zum Auskleiden des Beetes. Zusätzlich angeschafft werden muss ein entsprechend großes Wühlmausgitter und Füllmaterial. Für unser Beet sind rund 1450 Liter Substrat (siehe auch Info auf Seite 8) und zusätzlich grober Baum- und Strauchschnitt nötig.

2. Standort und Aufbau

Foto: Heike Sigel
Foto: Heike Sigel

Der gewünschte Standort sollte einen geraden Untergrund aufweisen und bei Bedarf etwa mit Steinen oder Erdaufschüttungen entsprechend präpariert werden. Wichtig: Der Untergrund muss wasserdurchlässig sein. Anschließend die Bretter am besten an Ort und Stelle auslegen und nach der Anleitung (in Bausätzen enthalten) aufbauen. Tipp: Die schöne Kante des Holzes immer nach oben drehen. Zu zweit tut man sich beim Aufbau definitiv leichter, weil einer die Bretter gut festhalten und ausrichten kann. Steht der Rahmen, wird mit einem Tacker erst das Wühlmausgitter am unteren Rahmenrand befestigt. Anschließend das Beet mit einer Folie auskleiden. So trocknet die Erde nicht so schnell aus.

3. Lockere Basis schaffen

Foto: Heike Sigel
Foto: Heike Sigel

Am besten ist es, wenn das Beet eine Basis aus groben Ästen und Blättern erhält. „Das sorgt für eine gute Durchlüftung des Beetes“, sagt Gartenbau-Ingenieurin Marion Zlamal. Außerdem kann man so auch Kosten sparen. Denn für ein ein mal zwei Meter großes Hochbeet sind umgerechnet 36 Säcke mit je 40 Litern nötig – und das kann schnell ins Geld gehen, wenn man nicht die Möglichkeit hat, mit einem Anhänger zur nächstgelegenen Kompostieranlage zu fahren. Trotzdem sollte man keinesfalls an der Qualität der Erde sparen, rät Marion Zlamal: „Ich empfehle torffreie Bioerde. Das schont die Umwelt und garantiert mir sozusagen frisches Biogemüse direkt aus dem eigenen Garten.“

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Das müssen Sie über Hochbeete wissen

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4. Schichtweise auffüllen

Foto: Heike Sigel
Foto: Heike Sigel

Hat man die erste, grobe Grundschicht im Beet verteilt, geht es ans schichtweise Auffüllen. In Gärtnereien und in Baumärkten sind viele verschiedene Erden erhältlich. Wir haben uns für eine Hochbeet-Grundfüllung aus naturreinem heimischen Nadelholz (Schicht 1), Bio-Hochbeet-Kompost (Schicht 2) und als letzte Schicht für eine spezielle Bio-Hochbeet-Erde entschieden. Pro Sack muss man mit Kosten zwischen etwa sechs bis neun Euro rechnen. Das kann ziemlich teuer werden. Marion Zlamal: „Die örtlichen Kompostieranlagen sind eine gute und oft auch preisgünstigere Alternative, wenn es um den Kauf von Erde fürs Hochbeet geht.“ Tipp: Lieber zu viel als zu wenig Erde kaufen, weil anfangs öfter nachgefüllt werden muss.

5. Pflanzplan erstellen

Foto: Heike Sigel
Foto: Heike Sigel

Langsam, aber sicher nähern wir uns der Lieblingstätigkeit jedes Hobbygärtners: dem Einpflanzen. Marion Zlamal empfiehlt aber auch hier eine gute Planung. „Vor allem bei Gemüsebeeten sollte man immer die Nährstoffkonzentration des Bodens im Auge behalten. Im ersten Jahr ist die noch sehr hoch, weshalb man getrost sogenannte Starkzehrer wie Gurken, Tomaten oder Zucchini ausbringen kann“, erklärt die Fachfrau. Generell sollte auf Mischkulturen geachtet werden. So passen zum Beispiel Salat und Kräuter sehr gut zusammen. Tipp: Vor dem Pflanzen alle Gemüsesetzlinge - und Kräutertöpfchen auf dem Beet verteilen und testen, ob alles Platz hat und natürlich auch optisch den Geschmack trifft.

6. Pflanzen und wässern

Foto: Heike Sigel
Foto: Heike Sigel

Pflanzen für das Hochbeet kauft man am besten in der Gärtnerei seines Vertrauens. Dort wird man auch kompetent beraten. Die erste Bepflanzung des Beetes erfolgt dann ab Mitte Mai. Wer schon früher loslegen möchte, muss seine Pflanzen abends noch mit einem speziellen Abdeckvlies vor Nachtfrost schützen. Höher wachsende Pflanzen in die Mitte des Beetes setzen und die niedrig wachsenden an den Rand. So ist gewährleistet, dass alle genügend Sonne abbekommen. Marion Zlamal hat noch folgenden Tipp parat: „Salatpflanzen bitte nicht so tief einpflanzen, weil sie sonst sehr schnell faulig werden.“ Nach dem Einpflanzen die Pflänzchen gut wässern. Violá! Nach etwa vier Stunden ist das Hochbeet fertig!

Der Text ist eine Leseprobe aus der Sonntagszeitung, die die Mittelbayerische exklusiv für ePaper-Kunden auf den Markt gebracht hat. Ein Angebot für ein Testabo der Sonntagszeitung finden Sie in unserem Aboshop.

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