Dekanatsforum
Das Dekanat will seine „Netze auswerfen“

Das Miteinander und der Austausch in Neumarkt sollen gestärkt werden. Umbrüche im kirchlichen Leben werden aktiv gestaltet.

14.11.2021 | Stand 15.09.2023, 23:05 Uhr
Dekan Artur Wechsler und andere Verantwortliche tagten im Johanniszentrum, um über eine bedarfsgerechtere und lebensnähere Dekanatsarbeit zu beraten. −Foto: Michaela Walter-Nutz

Erstmals trafen sich Haupt- und Ehrenamtliche aus dem Dekanat Neumarkt zu einem Dekanatsforum. Die Veranstaltung im Neumarkter Johanneszentrum stand unter dem Motto „Werft die Netze aus!“ und sollte für eine bedarfsgerechtere und lebensähere Dekanatsarbeit sorgen, heißt es in einer Pressemitteilung des Dekanats.

50 Pfarrer, Vertreter von Pfarrgemeinderäten, Mitarbeiter in kirchlichen Einrichtungen und Mitglieder katholischer Organisationen waren der Einladung zur Versammlung gefolgt. Dekan Artur Wechsler betonte bei der Eröffnung: „Wir wollen aus der Corona-Pandemie für die Zukunft lernen und im Engagement für unsere Kirche nicht müde werden“.

Es gelte, immer wieder gemeinsam an einem Netz zu knüpfen und es gemeinsam auszuwerfen. In ihrem Grußwort ermunterte die evangelische Dekanin Christiana Murner die Mitarbeiter beider Kirchen, stärker „im Netz“ präsent zu sein.

Familien: Sprache:
Eine andere Gruppe regte an, Familien und Lebensgemeinschaften eine kleine Hilfestellung an die Hand zu geben, um das Kirchenjahr mit seinen Festen und Bräuchen mitfeiern zu können.„Mir ist es wichtig, dass dabei eine einfache, leicht verständliche Sprache verwendet wird“, ergänzte Franziska Kneißl, die in der Behindertenpastoral des Bistums mitarbeitet.

In sieben Untergruppen beschäftigten sich die Teilnehmer mit Themen, die in einer mehrmonatigen Beobachtungs- und Analysephase entwickelt wurden. Dabei ging es um die Qualität des Miteinanders in kirchlichen Gemeinschaften, Gremien und Gruppen, um Informationsaustausch und Vernetzungsangebote oder um zeitgemäße Formen, den Glauben zu leben und weiterzugeben. „Es ist uns wichtig, näher am Leben der Menschen dran zu sein“, hob Dekanatsratsvorsitzende Renate Großhauser hervor, die zusammen mit Pfarrer Stefan Wingen das Leitungsteam des Dekanatsforums bildet.

Willkommenskultur der Pfarreien

Zu Beginn der Sitzung appellierte sie an die Teilnehmer: „Lassen Sie uns ein Dekanat sein, das sich als Gemeinschaft auf den Weg macht!“ Es gelte, die Umbrüche und Veränderungsprozesse, die auch das kirchliche Leben betreffen, aktiv zu gestalten.

Als Ergebnis aus den Beratungen soll im Dekanat an der Willkommenskultur der Pfarreien gearbeitet werden. Vor allem Pfarrer Markus Fiedler aus Postbauer-Heng wünscht sich hier mehr Impulse. Johanna Nisselbeck vom Regionalvorstand des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDK) arbeitete mit anderen Versammlungsteilnehmern die Idee eines „Action Bounds“ für jungen Christen zum Thema „Schöpfung bewahren“ aus.

Sie wünschte sich, dass in Zukunft mehr Jugendliche am Dekanatsforum teilnehmen könnten. Ein besonderes Anliegen war vielen Teilnehmern, den Informationsfluss, den Erfahrungsaustausch und die Vernetzung zu stärken. „Wir müssen im Internet mehr präsent sein“, fasste Klaus Schubert, Geschäftsführer der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) die Ergebnisse seiner Untergruppe zusammen. Es wurden erste Ansätze und Ideen entwickelt, wie dies in Zukunft gelingen kann.

Veränderungswille im Dekanat

In ihrer Schlussresolution bekundeten die Teilnehmer, sich in einem Jahr erneut treffen zu wollen, um die Umsetzung der angedachten Projekte zu überprüfen und an anderen Themen weiterarbeiten zu wollen. „Die Vielfalt an verschiedenen Fähigkeiten und Standpunkten, Herangehensweisen und Spiritualitäten“ sei ein Reichtum, den es immer mehr zu entfalten gelte, war man sich einig. „So viel Kompetenzen, Erfahrungen und Veränderungswille aus unserem Dekanat waren noch nie in einem Raum versammelt, das hat mich sehr berührt“, erklärte Christian Schrödl, der seit 2013 das Dekanatsbüro leitet und die Organisation des Dekanatsforums federführend verantwortet.

„Wichtig ist es uns, dass die Ideen und Gedanken auch in die diözesanweiten Gesprächsprozesse einfließen können“, hob Roland Pachner vor, der seit Juli die kirchliche Kindergarten GmbH leitet.