Kultur
Neue Projekte ohne „Huawa“ und „Meier“

Er war das „I“ der Musikkabarettgruppe Da Huawa, da Meier und I. Nun zieht Siegi Mühlbauer weiter. Der Musik bleibt er treu.

15.03.2018 | Stand 16.09.2023, 6:15 Uhr |
Claudia Peinelt

„Das Leben geht weiter“, sagt Siegi Mühlbauer, setzt sich auf eine Bank und grinst. Foto: Peinelt

Es ist Dienstagmorgen. Nach einem kurzen Regenschauer lacht die Sonne hinter den Wolken und Siegi Mühlbauer spitzbübisch unter seiner warmen Mütze hervor. Fast 20 Jahre war er mit der Gruppe Da Huawa, da Meier und I unterwegs. Aber wie es halt im Leben so ist, verändert sich vieles. Doch dazu will der Mühlbauer Siegi eigentlich gar nichts sagen. „Die Gerüchteküche brodelt und drum lass mas einfach weida brodeln.“ Im Laufe eines Lebens kommen und gehen viele Leute – und so wars halt auch da. „Irgendwann sagst dir einfach, dass du dich jetzt mal etwas anders orientieren willst und dann ziehst des auch durch“, meint er.

Beim Spaziergang am Regen kommen Mühlbauer aber doch immer wieder Gedanken an die Zeit mit der Musikkabarettgruppe. Ende Februar war fürviele überraschend die Trennung bekanntgegeben worden. „Es war a bombige Zeit, mir ham viel glacht mitanander und a gstritten. Oba des is vollkommen normal. Wir ham wahnsinnig viel Leute kennenglernt und san weit umananda kema“, hält er fest. „Wir hatten viele großartige Erlebnisse. Doch dann hob i den Entschluss gefasst, aufzuhören – und i hab niemanden im Stich gelassen.“ Das Bandleben geht weiter, mit dem selben Namen und einem neuen Mann.

„Und um achte leit des Telefon“

„Schnell Zähne putzt und d Augn ausgwoschen und dann bin i in d Stodt gfohn. Mei hoba ma denkt, acht Stunden im Jahr des gangad scho.“ Tja, von wegen acht Stunden im Jahr! Acht Stunden in der Woche für das komplette Schuljahr waren für den Musiker vorgesehen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Mühlbauer überhaupt keine Erfahrung mit Schulklassen, und der Direktor machte ihm zudem Hoffnung, dass der Stundenplan so gelegt werden könne, dass Mühlbauer nach einem ausgedehnten Auftritt mit seiner Musik-Kabarettgruppe nicht so früh aufstehen müsse.

„Ich bin breit aufgestellt“

Außerdem studierte er dort Instrumentalpädagogik mit Schwerpunkt Jazz-Drumset und Latin-Percussion. „Ja eigentlich, oder Gott sei Dank, bin ich breit aufgestellt“, sagt Mühlbauer. Daheim, im Hause seiner Eltern in Kothmaißling, hat Mühlbauer die Landwirtschaft von seinem Vater übernommen und im letzten Sommer auf ökologische Bewirtschaftung umgestellt. Und so nebenbei bastelt er in seiner Werkstatt herum. Alles aus Vollholz, versteht sich. Ach ja, und es gibt auch noch sein kleines, aber feines Atelier, in dem Mühlbauer seinen Musikschülern Privatunterricht gab. Seit er allerdings seit letztem Jahr zusätzlich an der Landkreismusikschule tätig ist, ist der Privatunterricht Geschichte.

Mühlbauer bleibt also nicht stehen. Es gibt genug Ideen. „Grüßen sich Mühlbauer, Huawa und Meier denn noch?“, wollen wir wissen. „Ja freilich“, antwortet der Siegi. „Das Leben geht weiter“, sagt er, setzt sich auf eine Bank neben dem Regen und grinst.

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