Am 6. Dezember im VAZ
Steinbruch-Erweiterung: Gutachter stehen in Burglengenfeld Rede und Antwort

30.11.2023 | Stand 30.11.2023, 15:00 Uhr |

Stefan Ventur leitet das Projekt Steinbruch-Erweiterung. Das Bild zeigt ihn im Sommer dieses Jahres bei einer Betriebsführung für Mitglieder des Bürgerforums. Foto: Thomas Rieke, Archiv

Wie berichtet, plant die Heidelberg Materials AG im Steinbruch bis zum Jahr 2066 eine Erweiterung der bereits genehmigten Abbaufläche um rund 45 Hektar. Damit soll die Rohstoffversorgung des Zementwerks längerfristig gesichert werden. Das Thema wurde bereits im Stadtrat diskutiert, nun folgt die versprochene Informationsveranstaltung für die Allgemeinheit.

Sie findet statt am Mittwoch, 6. Dezember, 17 bis 19 Uhr, im Pfarrheim St. Michael (VAZ).

Wie das Unternehmen mitteilt, ist der künftige Abbau in drei Phasen geplant: In der ersten von 2029 bis 2033 werde sich der Steinbruch in Richtung Kastenhof (Westen) und in Richtung Dirnau (Nordosten) ausdehnen. Zeitgleich würden im Bereich Süd-Ost „hochwertige temporäre Biotope“ angelegt.

In den zehn Jahren danach werde der Abbau in die Tiefe gehen und sich Richtung Norden (Bubenhof) und Nordwesten (Saaß) ausdehnen. Ab 2054 soll die gesamte Grundfläche genutzt werden. Der Abbau konzentriere sich dann auf den nördlichen Teil. Nach dem geplanten Ende des aktiven Abbaus in diesem Bereich soll 2066 das Gelände renaturiert werden. Um das Grundwassersystem des Brunnmühlbaches wieder herzustellen, soll der Steinbruch geflutet werden. Der See dürfte in etwa die Größe des Murner Sees erreichen.

Anfang November stand das Thema auf der Tagesordnung des Stadtrats. Den Ausführungen von Werkleiter Bernhard Reindl und Projektleiter Stefan Ventur folgten viele kritische Gedanken der Mandatsträger. Lesen Sie dazu: Pläne des Zementwerks: Der Steinbruch in Burglengenfeld soll um 45 Hektar wachsen

Am 6. Dezember wird Heidelberg Materials seine Pläne im Rahmen eines Informationsforums öffentlich vorstellen. Nach einem Projektüberblick durch die Werkleitung können sich laut Einladung alle Interessierten an Thementischen intensiv im Dialog mit den Fachleuten und Gutachtern austauschen und Anregungen einbringen.

Das Thema birgt, wie schon im Stadtrat Anfang November deutlich geworden ist, jede Menge Brisanz. Die Mandatsträger zeigten sich überrascht von der Dimension der geplanten Erweiterung und angesichts der beabsichtigten Laufzeit (bis 2066) überfordert. Man könne heute kein Projekt dieser Art unterstützen, das letztlich die Enkel träfe, hieß es. CSU-Rat Thomas Hofmann kritisierte, der Steinbruch würde bis auf 100 Meter an Wohnbebauung heranrücken. Dies würde für die Betroffenen zu einem nicht mehr erträglichen Zustand führen.

Für Gregor Glötzl (BWG) ist das Vorhaben des Zementwerks ein Widerspruch zum erklärten Ziel, in Bayern bis 2040 Klimaneutralität zu erreichen. Werkleiter Bernhard Reindl konterte, auch für Burglengenfeld sei Heidelberg Materials bestrebt, für die CO2-Problematik Lösungen zu finden.