Zwei gewichtige Ausfälle
Donaustaufs Torjäger Lukas Dotzler ist gegen Hankofen nur Tribünengast

28.07.2023 | Stand 13.09.2023, 3:17 Uhr

In dieser Situation verletzte sich Lukas Dotzler im Derby gegen den SSV Jahn II und fällt vorerst aus. Foto: Christian Brüssel

Fußball-Bayernligist SV Donaustauf hat einen Umbruch sondersgleichen hinter sich. Vor einem Jahr startete die mit Ex-Profis und gestandenen Regionalliga-Spielern gespickte Mannschaft mit dem erklärten Ziel „Direktaufstieg“.

Nun sind von den Topkräften nur noch Zehner Kevin Hoffmann (vormals u. a. Jahn zu Drittliga-Zeiten 15/16, Sachsen Zwickau 18/19) und Neuner Lukas Dotzler (u. a. Regionalligist TSV Buchbach) übriggeblieben. Umgeben ist das Duo jetzt von weitgehend bayernliga-unerfahrenen Nebenleuten. Nicht wenige Kenner der Bayernliga Nord prognostizieren Donaustauf eine schwierige Saison.

Unter der Woche kam jetzt der Super-GAU: Beim 1:1 im Derby gegen die Jahn-U-21 mussten beide Eckpfeiler verletzungsbedingt vorzeitig das Spielfeld verlassen. An einem Einsatz am Samstag um 15 Uhr in der Heimpartie gegen Regionalliga-Absteiger SpVgg Hankofen ist nicht zu denken.

In einem vermeintlich harmlosen Zweikampf fiel Lukas Dotzler ein Gegner unglücklich in das Standbein. Die Diagnose: heftige Bänderdehnung und starke Prellung am Sprunggelenk – auf jeden Fall zwei Wochen Pause. Unterdessen zwickt es Kevin Hoffmann in den Adduktoren.

Derweil scharrt Dotzler, humpelnder Beobachter des Abschlusstraining am Donnerstag, mit den Hufen: „Ich rechne nur mit einer Woche Pause. Ziel ist, nächste Woche in Würzburg zu spielen.“ Einmal aussetzen könne er gerade noch verkraften. Gegen Hankofen wird der Torschützenkönig der Vorsaison auf der Tribüne Platz nehmen. „Das ist auch mal interessant, in diese Rolle zu geraten“, kommentiert der 27-Jährige und verdreht dabei die Augen.

„Muss kein Nachteil sein“

Dass es für Donaustauf heuer „unter ganz anderen Voraussetzungen“ bestenfalls um einen einstelligen Tabellenplatz geht, sieht Dotzler unaufgeregt. „Der Verlust von so vielen klasse Individualisten heißt nicht, dass das ein Nachteil ist.“ Seine Einschätzung fußt auf die „Vorbereitung mit Vollgas, in jedem Training und in jedem Spiel.“ An den drei, vier Erfahrenen würden sich Youngster Jungen hochziehen können. „Die Mannschaft ist fit, da muss erstmal ein Gegner dagegenhalten“, stellt der Neuner klar.

Den gebürtigen Ebermannsdorfer, der mittlerweile in Donaustauf zuhause ist, hatte vor einem Jahr der damalige sportliche Leiter Michael Fischer vom Ligarivalen Ammerthal verpflichtet. Nach zuvor drei Jahren (45 Tore in 69 Spielen) beim damaligen Bayernligisten Pullach sei er wieder ins heimische Kinderzimmer gezogen und wollte eh alleine wohnen.

Auf Dotzler wurde natürlich auch die Jahnschmied aufmerksam: Zwei Jahre kickte er dort in der U11, ehe er zum 1.FC Nürnberg wechselte. Ab der U17 spielte der Vollblutstürmer („Ich habe schon immer in der Spitze gespielt“) für Greuther Fürth. „Von den Jahren in Fürth habe ich am meisten profitiert“, kommentiert er. Für jedes Training waren drei Stunden Hin- und Rückfahrt in Kauf zu nehmen. Nach dem altersbedingten Ausscheiden aus den Junioren schlug der Sportmanagement-Studierende beim Regionalligisten FC Bamberg auf, anschließend beim Ligakollegen TSV Buchbach und dann eben in Ammerthal.

Papa im Bundesligator

Vater Hans hütete einst das Gehäuse von Bundesligist Bayer Uerdingen. Stellt sich die Frage, warum der Junior nicht zwischen den Pfosten steht. Bevor er seinem Heimatverein SV Freudenberg beitrat, habe sein Vater im Garten immer im Tor gestanden „und ich habe geschossen, die Rollen waren klar verteilt“, erzählt der Goalgetter. Der Rechtsfuß ist übrigens seit acht Jahren mit Nationalspielerin Sara Däbritz liiert. Im Stützpunkttraining habe man sich damals kennengelernt.

Trainer Stefan Wagner ist von seiner „Lebensversicherung“ begeistert: „Lukas ist ein Vorbild. Für mich war auch klar, dass er der neue Kapitän wird.“ Gegen Hankofen würde als Stoßstürmer Joshua Kapenda oder Imran Krasniqi auflaufen, auf der Zehn Thomas König oder Yannik Grader. „Wir wollen dominant auftreten“, kündigt der Coach selbstbewusst an.

Rückblick

2019/21 (Südstaffel): Im August 2019 kassierte Donaustauf in Hankofen vor 800 Zuschauern eine 1:3 (0:2)-Niederlage. Im Rückspiel im Oktober 2020 glichen die Niederbayern mit einem Last-Minute-Tor (90.+4) zum 2:2 aus.

2021/22 (Südstaffel): In der Vorrunde kassierte der SVD vor einer 600er-Kulisse eine 1:3-Heimniederlage, in der Rückrunde in Hankofen vor 980 Zuschauern ein 0:3 gegen den späteren Meister.