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Natur

Baumhaus wird endgültig abgerissen

Eine Gruppe von Buben aus Kareth baute ein siebenstöckiges Holzhaus. Nun muss es abgerissen werden. Lappersdorfs Bürgermeister Dollinger erklärt, warum.
von Philipp Froschhammer, MZ

Nun ist es endgültig beschlossen: Das Riesen-Baumhaus wird abgerissen. Foto: Froschhammer

Lappersdorf. Jetzt ist es beschlossene Sache: Baumhausen wird abgerissen. Eine Gruppe von Buben aus Kareth baute über ein Jahr hinweg an dem siebenstöckigen Baumhaus am Schwetzendorfer Stadtweg. An einem Runden Tisch erklärten am Montag Bürgermeister Erich Dollinger, der Bauhofleiter, Oliver Schild, Bauamtsleiter Peter Achatz, Dienststellenleiter Klaus Baumer von der Polizeiinspektion Regenstauf und Stefan Landgraf von der Marktverwaltung Lappersdorf den Erbauern und ihren Eltern, wieso es keine Möglichkeit gibt, den Holzbau zu erhalten.

Die erste Option, dass das Grundstück, auf dem das Baumhaus steht, an die Eltern der Konstrukteure verpachtet wird, wurde von Bürgermeister Dollinger in der vergangenen Woche in den Raum gestellt. Damit wollte er die Verantwortung für eventuelle Verletzungen, für die er mit seinem Privatvermögen aufkommen müsste, an die Eltern abgeben. „Doch ich erhielt sofort nach der Veröffentlichung dieser Idee einen Anruf meiner Juristin, dass das nicht zulässig ist“, berichtete der Bürgermeister. Eine Verpachtung des Grundstücks würde nur die zivilrechtliche Haftung für das Grundstücks an die Eltern übertragen. Nicht berührt wären davon aber öffentlich-rechtliche Aspekte.

Somit müsste Erich Dollinger nach wie vor bei einem Unfall mit seinem Privatvermögen aufkommen. „Außerdem wäre dieser Vertrag sittenwidrig. Wir können kein illegales Vorhaben durch einen illegalen Vertrag ersetzen“, schilderte Stefan Landgraf. „Ich muss meine Hochachtung vor den Jungs ausdrücken, weil nur wenige so etwas in ihrer Jugend geschaffen haben. Aber ich muss auch sagen ihr habt einen Riesendusel gehabt, dass nichts passiert ist“, fügte Landgraf an.

Die zweite Möglichkeit, dass das Baumhaus auf eine Höhe von vier Metern heruntergebrochen wird, ist ebenfalls unzulässig. Der Plan sah vor, gemäß der offiziellen Spielplatzrichtlinien den den Holzbau auf die maximal zugelassene Fallhöhe zu reduzieren. Jedoch bietet Baumhausen nicht die Ausstattung, die auf einem Spielplatzgelände gegeben ist. Bei einem möglichen Absturz würde man nicht auf Sand oder Gras, sondern auf hartem Erdboden oder sogar auf den ausgelegten Betonplatten landen. Selbst wenn der Untergrund ausgewechselt werden würde, was von einem Elternteil vorgeschlagen wurde, wären dennoch andere Sicherheitsfaktoren nicht erfüllt. „Ist es eine Lösung, wenn man einen Fallschutz hinbaut?“, wollte Michael Wrba mit Blick auf einen letzten Rettungsversuch für das Baumhaus wissen. Doch auch diese Möglichkeit musste Stefan Landgraf verneinen, da das Baumhaus am Schwetzendorfer Stadtweg niemals den Sicherheitsstandards eines Spielplatzes angepasst werden könne.

„Ich wollte mit dem Abriss des Baumhauses bis nach dieser Besprechung warten“, versicherte Erich Dollinger am Montag. Doch auch diese Entscheidung lag nicht im Ermessen des Bürgermeisters. „Die Polizeiinspektion Regenstauf hat beim Abbau des Baumhauses angeschoben. Ich habe die Gefahr erkannt und musste handeln“, berichtete Klaus Baumer. Wären die Aufstiegshilfen nicht umgehend entfernt worden, wäre ein möglicher Sturz ein Unterlassungsdelikt gewesen. Je nachdem, wie schwerwiegend der Unfall gewesen wäre, hätte es für den Bürgermeister sogar zu einer Gefängnisstrafe kommen können.

Planmäßig soll ab Donnerstag mit dem Abbau des Baumhauses begonnen werden. „Wir müssen einer möglichen Gefahr unbedingt vorbeugen“, erklärte Oliver Schild, der mit dem Abriss des Holzbaus beauftragt wurde. Mit Hilfe eines Hubsteigers soll das Baumhaus dann abgetragen werden. „Die Aktion wird den Markt mehr als 1000 Euro kosten“, erklärte Bürgermeister Dollinger ein.

Am Ende der Besprechung fanden sich sowohl die Eltern als auch die Buben mit der Entscheidung ab, dass Baumhausen abgebaut wird. „Wir sind natürlich enttäuscht, dass es abgerissen wird, aber es war sowieso nur eine Frage der Zeit. Wir können froh sein, dass keiner runtergefallen ist“, sagte Michael Wrba nach der Zusammenkunft im Rathaus.

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