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Günter Mielke: Tod beim Strandlauf in Neuseeland

Einer der herausragenden deutschen Langstreckenläufer der 70er und 80er Jahre lebte zuletzt in Mintraching und wird nun in Regensburg beerdigt.
Von Artur Schmidt undClaus-Dieter wotruba, MZ

  • Das letzte Bild: Günter Mielke vor einigen Tagen in Neuseeland
  • So kannte die Leichathletik-Welt Günter Mielke. Foto: Gustav Schröder

MINTRACHING. Nein, so richtig herumgesprochen hatte es sich selbst in hiesigen Leichtathletik-Kreisen nicht, dass mit Günter Mielke eine Laufgröße der Siebziger und Achtziger seit zweieinhalb Jahren vor den Toren Regensburgs in Mintraching lebte. Die Ehe mit Hedy Brandl hatte den 67-jährigen ehemaligen Pädagogen dorthin geführt. Jetzt brach er im Urlaub in Neuseeland, einen Tag vor dem Rückflug am 15. Januar, beim Strandlauf zusammen und starb drei Tage später in der Nähe von Auckland.

Mielke nahm an den Olympischen Spielen 1972 in München über 10 000 Meter und 1976 in Montreal über die Marathondistanz teil. Der gebürtige Berliner hatte sich nahezu vier Jahrzehnte dem Wettkampfsport verschrieben. Er gewann unter anderem zwei deutsche Meistertitel über die Marathondistanz und hält heute noch fünf Deutsche Seniorenrekorde über die verschiedenen Distanzen auf der Bahn und auf der Straße.

Der Regensburger Kurt Ring (LG Telis Finanz) erinnert sich noch gut an die deutschen Hochschulmeisterschaften 1971 in Berlin, als er gegen Mielke über 5000 Meter um den Studentenmeistertitel kämpfte. „Wegen ihm bin ich damals Bestzeit gelaufen: Der war ein wilder Hund“, beschreibt Ring Mielke, der damals an einem Wochenende sowohl zwei Läufe über 5000 Meter, einen über 10 000 Meter und obendrein das 3000-Meter-Hindernisrennen bestritt.

Noch als 39-Jähriger belegte er beim Frankfurt-Marathon mit Bestzeit von 2:13:58 Stunden den zweiten Rang. Auf allen fünf Kontinenten nahm er an Wettkämpfen teil und war bei allen großen Marathons der Welt ein gern gesehener Gast. Schon während seiner aktiven Zeit belebte er mit seinen Ideen die deutsche Straßenlaufszene. Zum einen als Repräsentant von verschiedenen Sportartikelherstellern, zum anderen als Athletenvermittler und als „Chef“ des Reebok-Gatorade-Cups in den 90er-Jahren. So war er u.a. in Frankfurt für die Zusammenstellung des Elitefeldes verantwortlich. Einen seiner wenigen öffentlichen Auftritte hatte Mielke im Vorfeld der 19.Auflage des Regensburg-Marathons, als er einige Anekdoten aus einem langen Läuferleben erzählte.

Der elegante, geschmeidige und zuverlässige Läufer Günter Mielke findet nun am Freitag, den 5. Februar, in Regensburg am Dreifaltigkeitsberg seine letzte Ruhestätte. Die deutsche Leichtathletik hat mit ihm einen großen Athleten und die Hinterbliebenen haben einen wertvollen Menschen und Freund verloren.

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