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Baumart

Der Walnussbaum ist ein Kraftpaket

Der Walnussbaum genießt im Bayerwald nicht die Wertschätzung, die ihm zukommen sollte. Nicht nur, weil das Holz wertvoll ist.
Von Petra Schoplocher

Da hängen sie, die begehrten Früchte. Doch auch der Walnussbaum ist nicht zu unterschätzen. Vor allem das wertvolle Holz. Foto: Schoplocher
Da hängen sie, die begehrten Früchte. Doch auch der Walnussbaum ist nicht zu unterschätzen. Vor allem das wertvolle Holz. Foto: Schoplocher

Bad Kötzting.Schuld sind mal wieder die Römer. Sie waren es maßgeblich, die die Walnuss aus ihrem ursprünglichen Verbreitungsraum Asien/Mittelmeerraum zu uns gebracht haben. Aber auch Karl der Große und Kaiserin Maria Theresia waren – heute würde man sagen – Fans des Walnussbaums. Zurecht, wie Förster Hans Geiger weiß.

Nicht umsonst hat „früher“ so gut wie jeder Bauernhof seinen Walnussbaum gehabt. Allerdings, und das erklärt, warum diese „Tradition“ zurückgeht, neigen Walnusssbäume dazu, im Alter von etwa 130 Jahren zu vergreisen. „Dann wurden sie umgesägt und kein Ersatz gepflanzt“, bedauert er. Kein Ersatz wohl auch deshalb, weil Walnüsse inzwischen billig in jedem Supermarkt zu haben sind. Aus Übersee, aber auch Frankreich und Norditalien. „Leider“, sagt der Bad Kötztinger Revierleiter, denn als Folge erfahre die Baumart in unseren Breiten nicht die Wertschätzung, die sie verdient.

Spitzenpreise für Walnuss-Holz

Hans Geiger, Förster im Revier Bad Kötzting Foto: kad
Hans Geiger, Förster im Revier Bad Kötzting Foto: kad

Wenngleich der Walnussbaum „mitten im Wald“ Probleme mit der Konkurrenz durch andere Bäume hat, könne er sich am Rand gut entwickeln. Das lohnt sich, macht Geiger unmissverständlich klar. Das Holz nämlich werde – selbst, wenn die Stämme relativ kurz sind – zu bemerkenswerten Preisen gehandelt. Konkret: Einer wissenschaftlichen Studie zufolge erzielte Walnussholz über die Jahre 2009 bis 2019 gesehen nach der Schwarznuss mit durchschnittlich 483 Euro pro Festmeter das zweitbeste Ergebnis – wenn das keine Ansage ist. Wer schon einmal eine wunderschöne dunkle Walnuss-Maserung gesehen hat, weiß warum. Der kann auch nachvollziehen, dass Jäger, die etwas auf sich halten, Gewehrschäfte aus dem Stock im Wurzelanlauf besitzen, „das Wertvollste“.

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Allerdings – und das mag Hans Geiger nicht verschweigen – muss der Waldbesitzer großen Pflegeaufwand betreiben, wenn er die ausgesprochene Lichtbaumart gezielt fördern will: So ist ein leichter Seitendruck nötig, um längere Stämme zu produzieren. „Waldbaulich schwierig“, gibt der Fachmann zu, ergänzt aber zugleich, „dass wir vom Amt da gerne helfend zur Seite stehen“. Anruf genügt...

Baumserie Walnuss Foto: Schoplocher
Baumserie Walnuss Foto: Schoplocher

Der Walnussbaum hat relativ hohe Ansprüche an seinen Boden, braucht eine gute Wasserversorgung, aber keine Staunässe. Auf Kalkböden kommt er gut zurecht, da taugt dann auch trockenere Umgebung. Essenziell ist eine ausreichende Wärmeversorgung, und zwar in der Summe. Vor allem in der Jugend reagiert die Walnuss sehr empfindlich auf Früh- und Spätfröste, im Winter sind -kurzzeitig 20 Grad minus hingegen kein Problem. Wichtig ist der Hinweis auf die extreme Pfahlwurzel, die bereits nach einem Jahr so tief ist, dass ältere Sämlinge nicht gepflanzt werden können.

Unser Experte

  • Zur Person:

    Hans Geiger (50) wohnt in Grafenwiesen. Er studierte Forstwirtschaft an der Fachhochschule Weihenstephan und ist seit Februar 2001 Leiter des Forstreviers Bad Kötzting am AELF Cham.

  • Verbundenheit:

    „Unser Wald ist ein wunderbarer, vielfältiger Organismus. Auch wegen des Klimawandels müssen wir noch viel mehr auf Artenvielfalt setzen.“

  • Beratung/Kontakt:

    AELF Cham, Bereich Forsten. Ölbergstraße 3, Waldmünchen. Telefon (09972) 94 30 20

Walnussbaum ist eine Natur-Apotheke

Geiger kennt noch ein triftiges Pro-Argument für den Walnussbaum, der eine eigene Natur-Apotheke ist. Herausragend die positiven Eigenschaften: Antioxidantien, Vitamine, Mineralstoffe, wertvolle mehrfach ungesättigte Fettsäuren... Eine Handvoll Walnüsse am Tag wirkt sich nachweislich positiv auf das Herz-Kreislauf-System, aber auch beispielsweise den Cholesterinspiegel aus, weiß er.

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