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Leichtathletik

Glücklicher Samstag, trauriger Sonntag

Corinna Harrer und Florian Orth eilten in beeindruckendem Stil in die Endläufe. Das Regensburger Duo hat dann im Finale aber Pech.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Im Vorlauf ging noch für Florian Orth (M.) noch alles gut: Im Endlauf aber stürzte er. Fotos: dpa (2)

HELSINKI. Die beiden Regensburger erlebten die ganze Gefühlspalette, die es in der Welt des 1500-Meter-Laufs gibt. Ihre Aufgaben im Halbfinale meisterten die jungen Starter der LG Telis Finanz bei ihrer Premiere auf höchster Ebene im Stil von alten Hasen: Corinna Harrer und Florian Orth eilten am Samstag in beeindruckendem Stil in die Endläufe. Auf den Samstag voller Glück folgte jedoch ein Sonntag voller Trauer. Die 21-Jährige, die unter die ersten fünf wollte, war untröstlich über ihren neunten Platz in 4:10,38 Minuten. Der 22-Jährige wurde vom Österreicher Andreas Vajda zu Fall gebracht und kam blutend als Elfter ins Ziel.

„Für beide galt: Sie waren zur falschen Zeit am falschen Ort“, ordnete Kurt Ring gegenüber der MZ am Telefon ein. „Natürlich sind wir alle enttäuscht. Aber sie waren hier, um Erfahrung zu sammeln – und das haben sie gemacht.“ Dass es nicht nur gute waren, war extrem bitter für Florian Orth, der in aussichtsreicher Position stürzte. „So ein Mist“, murmelte der Hesse vor den TV-Kameras. „Ich hätte gedacht, ich hätte noch was drauf.“ Dann lief ihm Vajda kurz bevor es auf die Zielgerade ging in die Hacken. „Ich hatte keine Chance, auf den Beinen zu bleiben“, sagte Orth. „Dabei war es ein Rennen wie gestrickt für ihn“, sagte Kurt Ring.

So trabte Florian Orth die letzten Meter ins Ziel und blieb nur vor dem ebenfalls gestürzten Finnen Niclas Sandells – die 3:58,54 Minuten erzählten eine traurige Geschichte. Nach dem Halbfinale hatte Orth noch „vom härtesten Rennen meines Lebens“ gesprochen und alles richtig gemacht. „Ich wollte das irgendwie ins Ziel kriegen“, sagte er und schaffte es. Übrigens bremste er dabei geschickt den Norweger Henrik Ingebrigtsen aus, der das Finale aber dennoch erreichte – und am Sonntag in 3:46,20 Minuten dort Europameister wurde!

Corinna Harrer hatte ihrerseits schwer an ihrem Auftritt zu knabbern. „Ich hätte so gerne mehr gezeigt, aber es hat heute nicht sollen sein“, sagte die Wenzenbacherin und war für den Rest des Tages am Boden zerstört. „Bei einem ehrlichen, schnellen Rennen wäre sie Fünfte, Sechste geworden“, sagte Kurt Ring. So aber wurde die Dritte der U-23-EM unter Wert geschlagen. Nach äußerst langsamen ersten 800 Metern (2:18,67) hatte Harrer noch geführt, dann konnte sie die Tempoverschärfung bei dem türkischen Doppelsieg (Asli Cakir-Alptekin/4:05,31 und Gamze Bulut/4:0,04) nicht mehr mitgehen und musste sich auch noch Teamkollegin Diana Sujew, die in 4:09,28 Sechste wurde, geschlagen geben.

„Es wird nicht leicht, aber wir müssen Coco jetzt für Olympia aufbauen“, sagte Kurt Ring. Der Weg nach London wird übrigens über London führen, wo Harrer am 13./14. Juli ihr zweites Diamond-League-Meeting nach Rom bestreiten wird. „Dann folgen noch zwei 800er. Sie braucht Rennen, um zu reifen“, sagt ihr Trainer. „Und dann werden wir bei Olympia auch wieder eine glückliche und selbstbewusste Coco Harrer sehen.“

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